Schule Abitur Nummer 100 am Hellenstein-Gymnasium

Reife Leistung: Schulleiterin Carola Rochau beim Startschuss für das Abitur 2014 am Hellenstein-Gymnasium. Dort hat das Abi heuer einen runden Geburtstag: 1914 wurden am vormaligen „Realprogymnasium“ erstmals Zeugnisse der allgemeinen Hochschulreife verteilt – passenderweise an 14 Schüler.
Reife Leistung: Schulleiterin Carola Rochau beim Startschuss für das Abitur 2014 am Hellenstein-Gymnasium. Dort hat das Abi heuer einen runden Geburtstag: 1914 wurden am vormaligen „Realprogymnasium“ erstmals Zeugnisse der allgemeinen Hochschulreife verteilt – passenderweise an 14 Schüler.
Heidenheim / Andreas Antoniuk 02.04.2014
Vor einigen Wochen hat am Hellenstein-Gymnasium der Reigen der Abiturprüfungen begonnen. Alles wie gehabt, wäre da nicht die Jahreszahl 2014. Am HG gibt es heuer das Abitur Nummer 100.

Der Blick muss sogar noch weiter als 100 Jahre reichen, nämlich bis ins Jahr 1912. Damals konnte man zwar das Heidenheimer „Realgymnasium“ besuchen – für ein Abitur aber musste man die Stadt in Richtung Ulm oder Schwäbisch Gmünd verlassen. das kostete Geld, und so verfassten 205 sparsame Heidenheimer Bürger im Januar 1912 eine Bittschrift an den Gemeinderat der Stadt, in der sie sich „gestatten die ergebenste Bitte vorzutragen, es möchte in tunlichster Bälde die hiesige Realschule und das Realprogymnasium zu einer Vollanstalt ausgebaut werden.“

Der damalige Rektor Eugen Rommel unterstützte das Vorhaben, der Gemeinderat gab grünes Licht, doch die königliche Ministerialabteilung für höheren Schulen lehnte den Antrag ab – trotz der Zusage der Stadt, die Kosten selbst zu tragen.

Widerspruch? Im Königreich konnte man nur flehen, und so verfassten die Gemeindekollegien die „ehrerbietende Bitte, die Landstände mögen die Bestrebungen der Stadtgemeinde Heidenheim zur Vervollkommnung ihres höheren Schulwesens wohlwollend unterstützen.“

Siehe da: Landstände und der Abgeordnete des Kreises konnten die Behörde umstimmen, nicht ohne auf die kommunale Kostenübernahme zu pochen.

So wurden im Herbst 1912 eine achte und im Herbst 1913 eine neunte Klasse eingerichtet. Und deren (passenderweise genau 14) Schüler erwarben am 15. Juli 1914 mit dem Ablegen der mündlichen Prüfung ihr Reifezeugnis und wurden Heidenheims erste „lokale“ Abiturienten. Von einem Abisturm ist nichts überliefert, doch am 31. Juli 1914, wurde der „Klasse IX“ im Rahmen einer würdigen Abschlussfeier die ersten Reifezeugnisse am späteren HG überreicht. Es sollten nicht die letzten bleiben . . .

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