Heidenheim Auch in Heidenheim wurde Abbruch der alten Brauerei gestoppt

Die ehemalige Waldhorn-Brauerei, auch als „Schlössle“ bekannt, soll abgerissen werden. Doch das Landratsamt verhängte einen Abbruch-Stopp.
Die ehemalige Waldhorn-Brauerei, auch als „Schlössle“ bekannt, soll abgerissen werden. Doch das Landratsamt verhängte einen Abbruch-Stopp. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Andreas Uitz 14.02.2018
Nicht nur in Königsbronn gab es einen Baustopp beim Abriss der dortigen alten Brauerei. Auch in Heidenheim geht derzeit nichts voran auf der Abrissbaustelle der ehemaligen Waldhornbrauerei.

Die Parallelen sind auf den ersten Blick offensichtlich und wirken schon beinahe grotesk: Zwei alte Brauereien im Landkreis, die abgerissen werden sollen, und das im gleichen Zeitraum. Beide Abrisse werden begonnen und dann behördlich gestoppt. In beiden Fällen liegt weder eine Abrissgenehmgung vor noch ein Entsorgungskonzept. Und beide Abbrüche werden von ein und demselben Unternehmen ausgeführt.

Die Rede ist von der alten Klosterbrauerei in Königsbronn und von der früheren Waldhorn-Brauerei an der Härtsfeldstraße in Heidenheim, vielen auch unter dem Namen „Schlössle“ bekannt. Die wurde schon im Sommer 2016 von dem in Ansbach sitzenden Unternehmen Kehrberger Kreativbau erworben mit dem Plan, das marode Gemäuer abzureißen und hier Studentenwohnungen zu errichten.

Keine geeigneten Maschinen

Etliche Zeit zogen sich verschiedene Genehmigungsverfahren hin, doch am 10. Januar begann das beauftragte Unternehmen FA Abbruch aus Aalen mit dem Abriss. Am selben Tag wurden die Arbeiten unterbrochen. „Wir haben einen Abbruchstopp verfügt“, erklärt Georg Feth, Dezernent für Umwelt und Ordnung im Landratsamt.

Gründe dafür gab es gleich mehrere. Nach Ansicht der Behörde ist aufgrund der ursprünglich eingesetzten Maschinen die Sicherheit nicht gewährleistet. „Die Bagger waren zu klein, um ein Gebäude mit einer Firsthöhe von bis zu 22 Metern abzureißen, das ist zu gefährlich“, erklärt Feth auf Anfrage. Außerdem seien die Baustoffe nicht getrennt und sortiert worden, das Unternehmen habe weder ein Entsorgungskonzept vorgelegt noch nachgewiesen, wohin das bereits entsorgte Material gebracht wurde. Das habe man schon bei einer Vor-Ort-Kontrolle im Dezember festgestellt, doch als bis Mitte Januar noch immer nichts vorlag, wurde der Abriss behördlich beendet.

Doch Parallelen mit dem Abbruchstopp in Königsbronn weist der Investor Klaus Kehrberger von sich, betont, das sei nicht vergleichbar. „Für die Abbrucharbeiten wurde eine professionelle Bauüberwachung über ein namhaftes, bundesweit tätiges Ingenieurbüro beauftragt, welches über Spezialisten und Sachverständige für Abbruch verfügt. Diese Bauleitung überwacht die Einhaltung der einschlägigen Auflagen und Bestimmungen“, so der Geschäftsführer und Inhaber. Die Altsubstanz in der Brauerei sei vor dem Abbruch begleitend intensiv begutachtet und einer umfassenden Altlastenanalyse, auch labortechnischer Art, unterzogen worden. Sämtliche Maßnahmen erfolgten in Abstimmung mit der zuständigen Gewerbeaufsichtsamt, schreibt Kehrberger in einer Stellungnahme.

Außerdem liege ein Abbruch- und Entsorgungskonzept vor, ebenso ein Sicherheits- und Gesundheitskonzept und eine Gefährdungsanalyse. Es seien keine gefährlichen Altlasten entdeckt worden. Allerdings, so Kehrberger, stehe die Zustimmung der Behörden zum Abbruchkonzept mit Großgerät noch aus. Bisher habe man das Gebäude im Innern entrümpelt, die Materialien getrennt und Anbauten abgerissen. Um die Arbeiten abzustimmen, finden Kehrberger zufolge regelmäßige Treffen mit ihm, dem Abbruchunternehmen und Vertretern der Behörden statt. „Aus unserer Sicht haben wir alles erledigt“, so der Bauherr.

Kein Zeitdruck beim Abriss

Ganz ungeachtet des Baustopps denke man derzeit über ein neues zeitliches Konzept für die Neubebauung nach. Da sich der Erweiterungsbau für die Duale Hochschule noch hinziehen wird, „stehen wir nicht unter Zeitdruck“, so Kehrberger. Ob noch in diesem Jahr mit dem Bau der Studentenwohnungen begonnen wird, sei deshalb offen. „Erst wenn die Brauerei abgerissen ist, sehen wir, auf welchem Untergrund sie steht und erst wenn wir das wissen, können wir weiter planen.“

Und wann geht es mit dem Abbruch weiter? „Sobald wir akzeptable Nachweise für die Sicherheit und die Entsorgung vorliegen haben, kann es von heute auf morgen weitergehen“, sagt Dezernent Feth. Doch die bisher vorhandenen Untersuchungsergebnisse „können wir so nicht akzeptieren“.

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