Heidenheim „The 12 Tenors“ im Konzerthaus

„The 12 Tenors“ teilten mit dem Publikum im Konzerthaus ihre Liebe zur Musik.
„The 12 Tenors“ teilten mit dem Publikum im Konzerthaus ihre Liebe zur Musik. © Foto: Rudi Penk
Heidenheim / Siglinde Broich-Bernt 22.01.2019
„The 12 Tenors“ bescherten den Besuchern im Konzerthaus einen netten musikalischen Abend – nicht mehr und nicht weniger.

Sie klingen nicht wie José Plácido Domingo Embil, Josep Carreras, Luciano Pavarotti. Auch nicht wie Paul Robert Potts oder Andrea Bocelli. Schon gar nicht wie Enrico Caruso und Rudolf Schock – allesamt Tenöre von Weltruf. Aber singen, singen können sie auch.

„The 12 Tenors“ bilden ein starkes Dutzend, das seit elf Jahren durch Europa und Asien tourt. Zu Hause sind die Ensemblemitglieder in Schottland, England, Italien, Australien und Deutschland. Hier sind sie seit Mitte Dezember 2018 unterwegs und stehen an sechs Abenden in der Woche auf der Bühne. Die Tour führt die Zwölf, plus Band, von Aachen bis Zweibrücken, von Heiligenstadt über Heidelberg nach Heidenheim. Das gehört nun bereits der Vergangenheit an, denn „The 12 Tenors“ gaben hier am Samstag ihr Gastspiel, das bereits ein klein wenig nach Heimspiel klang. Das Konzerthaus fast ausverkauft, ein Großteil der Zuschauer am Ende der Show zum Teil kaum zu bremsen – Fans eben. Dagegen aber auch der eine oder andere enttäuschte Zuhörer. Kein mitreißendes „La donna e mobile“, keine Gänsehaut bei „Nessun Dorma“ und zum Klassik-Medley (Torerolied, Libiamo und Granada) bleibt zu sagen: Naja.

Dass die zwölf Sänger schöne Stimmen haben, ist nicht zu bestreiten. Ebenfalls allesamt haben sie, mit zwei Ausnahmen, eine Ausbildung zum Musicaldarsteller. Und da liegt auch die Stärke der Truppe. Zu den erwähnten Ausnahmen gehört zum einen Julian Dionne, zum anderen Alexander Herzog, der Mann für (ziemlich flache) Witze, der Komiker, der Patsche-Patsche-Händchen-Animateur, stimmlich häufig herausragend, was nicht mit hervorragend verwechselt werden sollte.

Nun – die einen sagen so, die anderen sagen so. Während ein Teil des Publikums die lockere, aus dem Bauch heraus präsentierte Bühnenshow lobte, vermissten andere eine sauber umgesetzte Choreographie, für die Michael Lynch seit vier Jahren verantwortlich zeichnet.

Geboten wird bei der „Best-of“-Tour von „The 12 Tenors“ eine zweistündige Bühnenshow, die zwar „eine Achterbahn der Emotionen“, „ein musikalisches Feuerwerk“, „eine spektakuläre Lichtshow“ verspricht, jedoch eher einer Berg- und Talfahrt und einem annehmbaren Bündel Wunderkerzen gleicht.

Und dennoch bleibt der Abend als ein netter in Erinnerung, bei dem Werbung für die eigene CD ebenso wenig fehlte wie für die Deutsche Kinderhospiz- und Familienstiftung (DKFS). Für die sammelten „The 12 Tenors“ im vergangenen Jahr bereits 43 000 Euro – und wollten in ihrem Musical-Medley wissen: „Can you feel the love tonight?“ Die Liebe zur Musik? Durchaus.

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