Heidenheim Holger Sanwald: „Stadionkauf muss wirtschaftlich sinnvoll sein“

Wechselt die Voith-Arena bald den Besitzer? Der Gemeinderat berät voraussichtlich im Juli über das Thema.
Wechselt die Voith-Arena bald den Besitzer? Der Gemeinderat berät voraussichtlich im Juli über das Thema. © Foto: Balzer
Heidenheim / Fragen von Silja Kummer 14.06.2018
FCH-Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald erläutert, warum der Verein die Voith-Arena kaufen will.

Die Stadtverwaltung hat ein Wertgutachten für die Voith-Arena machen lassen und will dem Gemeinderat auf dessen Basis voraussichtlich in der Sitzung am Donnerstag, 19. Juli, den Verkauf an den 1. FC Heidenheim vorschlagen. Bislang bezahlt der Verein jährlich eine Pacht von 2600 Euro für die Nutzung des Stadions. FCH-Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald erläutert die Sicht des Vereins.

Der FCH hatte das Angebot der Stadt Heidenheim zur Übernahme des Stadions für einen Euro mit einem Rückkaufsrecht der Stadt abgelehnt. Warum kommt für Sie nun der Kauf des Stadions zu einem Preis, den ein Wertgutachten ermittelt hat, in Frage?

Entscheidend ist, dass die Stadt Heidenheim im ersten Vertragsentwurf eine dingliche Sicherung verankert haben wollte. Damit wäre eine Beleihung der Voith-Arena für den 1. FC Heidenheim nicht möglich gewesen. Die Übernahme des Stadions – mit allen Rechten und Pflichten – macht aber für den Verein nur dann Sinn, wenn dies durch die Eintragung einer Grundschuld zu finanzieren ist.

Soll der jetzt angestrebte Kaufvertrag auch ein Rückkaufrecht der Stadt enthalten?

Bislang liegt der Vertragsentwurf den Gremien des FCH noch nicht vor, sodass wir hierzu nichts sagen können.

Wie finanziert der Verein den Kaufpreis?

Wenn es konkret wird, werden wir die Finanzierung mit unseren Finanzpartnern besprechen. Die Möglichkeit der Eintragung einer Grundschuld ist dabei ein wesentlicher Faktor.

Sie sagten, der Verein wolle das Stadion erwerben, um damit Kapital generieren zu können. Ist das noch immer das Ziel?

Mit dem Stadionkauf wollen wir dem Wunsch nach Entlastung des städtischen Haushalts entsprechen. Wir müssen Kapital generieren, um den Kaufpreis und gegebenenfalls auch zukünftige infrastrukturelle Maßnahmen finanzieren zu können. Oberste Prämisse ist, dass der Stadionkauf wirtschaftlich für den FCH darstellbar und sinnvoll ist. Es macht keinen Sinn, wenn wir uns schlechter stellen als zum bestehenden Pachtvertrag.

Haben Sie die Auswirkungen eines möglichen Abstiegs in die 3. Liga beim Kauf des Stadions bedacht?

Auf- und Abstiege sind im Fußball immer möglich, deshalb haben wir selbstverständlich auch das Szenario 3. Liga in unseren Überlegungen zum Stadionkauf berücksichtigt. Gesundes wirtschaftliches Handeln in allen Bereichen ist seit jeher die Basis unseres bisherigen Erfolgs gewesen und wird es auch künftig bleiben.

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