Oper "La Boheme": 78 Prozent der Karten sind weg

Heidenheims Opernfestspiellandschaft von oben: Noch herrscht Ruhe, aber der Vorverkauf läuft schon so gut wie noch nie.
Heidenheims Opernfestspiellandschaft von oben: Noch herrscht Ruhe, aber der Vorverkauf läuft schon so gut wie noch nie. © Foto: Luftbild: Siegfried Geyer
Heidenheim / Manfred F. Kubiak 20.05.2016
78 Prozent der Karten sind schon weg – Auch sonst läuft der Vorverkauf für die Opernfestspiele wie geschmiert

Die Junge Oper probt schon. Und wenn am 31. Mai auch noch das Personal für „La Boheme“ anreist, dann ist Heidenheims Opernfestspielsaison 2016 im Prinzip eröffnet. Wer dann irgendwie dabei sein möchte, sollte sich allerdings sputen. Denn es sieht ganz so aus, also ob in diesem Jahr die Eintrittskarten schon sehr früh vergriffen sein könnten.

Insbesondere für Puccinis „La Boheme“, den Mittelpunkt der Spielzeit sind Billets jetzt schon knapp. Die Premiere am Freitag, 8. Juli, ist längst ausverkauft – und für die beiden Samstagsvorstellungen am 9. und 16. Juli gibt es jeweils keine 50 Karten mehr. Insgesamt wurden für die zehn Vorstellungen im Rittersaal bisher 6700 der insgesamt 8600 Plätze verkauft. Das sind 78 Prozent aller Karten und damit zu diesem Zeitpunkt so viele wie noch nie in der langen Geschichte der Festspiele. Die bisherigen Bestmarken in dieser Hinsicht hielten 2013 „Turandot“ mit 64 und 2012 „Carmen“ mit 60 Prozent. „La Boheme“ liegt also weit vorn. Und wenn man nun bedenkt, dass es für „Carmen“ und „Turandot“ am Ende keine Karten mehr gab, dann dürfte das, prophezeien wir mal, für „La Boheme“ aller Wahrscheinlichkeit schon vor der Premiere gelten.

Gut, kann man nun sagen: „La Boheme“ kennt jeder zumindest dem Namen nach, kein Wunder, dass die Nachfrage groß ist. Dementsprechend müsste dann gelten, dass sich für „Oberto – Conte di San Bonifacio“ kaum jemand interessiert. Aber: Die Nachfrage für die zweite Opernproduktion der Saison, Giuseppe Verdis Erstlingswerk, überrascht auch die Macher der Festspiele. Für die beiden Vorstellungen am 4. und 6. August im Festspielhaus sind jeweils bereits 45 Prozent der Eintrittskarten verkauft. Opernfestspieldirektor Marcus Bosch weiß von großem Interesse auch von außerhalb Heidenheims zu berichten. „In Fachkreisen nimmt man unser neues Konzept mit den frühen Verdi-Opern als zweite Programmschiene sehr wohl wahr.“ Und über eine große deutsche Wochenzeitung kann man Heidenheim mit „Oberto“, „La Boheme“, einem Konzert, einer Reihe von Ausflügen und einem Essen, für das der Festspieldirektor mit hinterm Herd gestanden hat, als Kulturreise buchen.

Überhaupt keine Karten mehr gibt es gar für das Galakonzert am 14. Juli und für die „Last Night“ am 7. August. In diesen beiden Fällen besteht die einzige Hoffnung darin, darauf zu warten, ob womöglich bereits gekaufte Karten zurückgegeben werden. Die letzten drei Karten für den „Blauen Abend“ in der Königsbronner Hammerschmiede am 8. Juni hat übrigens der Ticketshop im Heidenheimer Pressehaus. Und zu 75 Prozent verkauft sind die Eintrittskarten für das Eröffnungskonzert am 23. Juni im CC; die „Cappella Aquileia“ spielt dann Bruckners Siebte – und der kürzlich beim Meisterkonzert in Heidenheim mächtig beeindruckende Pianist Evgeni Bozhanov interpretiert Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in A, KV 414. Auch schon zu 82 Prozent verkauft sind übrigens die Karten für die Junge Oper, die „Rocke und die Zaubertrompete“ serviert. Uraufführung wird am 18. Juni sein, neun weitere Vorstellungen im Zelt im Schlosspark folgen.

Info Eintrittskarten für die Opernvorstellungen und Konzerte der Opernfestspiele sind im Ticketshop des Pressehauses in Heidenheim. Weitere Informationen zum Festspielprogramm unter www.opernfestspiele.de
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