Heidenheim „Kolyma“ ab Donnerstag im Kino

Unterwegs in Sibirien: Das Filmteam von „Kolyma“ trifft eine Art Weihnachtsmann, der sich als „Beschützer der Kälte“ entpuppt.
Unterwegs in Sibirien: Das Filmteam von „Kolyma“ trifft eine Art Weihnachtsmann, der sich als „Beschützer der Kälte“ entpuppt. © Foto: Dorothea Braun
Heidenheim / Manfred F. Kubiak 01.08.2018
Hinter der Kamera stand der Heidenheimer Enno Endlicher, der auch bei zwei Vorstellungen vor Ort weilen wird.

Am morgigen Donnerstag läuft im Kino-Center der Film „Kolyma“ an, der insofern besonders ist, weil hinter der Kamera dieses knapp anderthalbstündigen Dokumentarfilms der in Heidenheim aufgewachsene Enno Endlicher stand (wir berichteten).

Insgesamt zwölf Wochen, sieben im Winter und dann noch einmal fünf im Sommer 2016, waren Regisseur Stanislaw Mucha und sein fünfköpfiges Team samt zwei einheimischen Fahrern unterwegs auf der 2000 Kilometer langen Straße im tiefsten Sibirien, die einst gebaut worden war, um vor allem das Gold und das Uran transportieren zu können, das dort in der Region Kolyma unter den schrecklichsten Bedingungen von Millionen von Menschen in den Arbeitslagern der Stalin-Ära abgebaut wurde. Nicht von ungefähr gilt die Kolyma-Straße als längster Friedhof der Welt, denn wer die Strapazen der Zwangsarbeit nicht überlebte, wurde einfach am Rande der Piste verscharrt.

Den Filmemachern geht es in „Kolyma“ allerdings nicht darum, die Zeit der Gulags zu beleuchten, sondern in erster Linie Porträts der Menschen zu zeichnen, die heute dieses Land bewohnen und die von sich selbst sagen, dass man, um hier leben zu können, nichts haben dürfe, was man verlieren könne. Kann man dort, in einem Land der Extreme, glücklich sein? „Kolyma“ wird im Kino-Center am Donnerstag, 2. August, ab 18.15 und 20 Uhr gezeigt, am Freitag, 3. August, ab 17.45 Uhr sowie an allen folgenden Tagen bis einschließlich Mittwoch, 8. August, jeweils ab 18.15 Uhr.

Im Anschluss an die 20-Uhr-Vorstellung am 2. August und an die Vorstellung am Freitag stehen Regisseur Stanislaw Mucha, Kameramann Enno Endlicher und Kameraassistentin Dorothea Braun für eine Diskussion mit dem Publikum zur Verfügung.

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