Heidenheim „Freundschaftsmaler“: kleine Künstler, großer Erfolg

Die Nikolauspflege profitierte vom Projekt „Freundschaftsmaler“. Die Preisverleihung für die jungen Künstler fand jetzt im Margarete-Hannsmann-Saal statt.
Die Nikolauspflege profitierte vom Projekt „Freundschaftsmaler“. Die Preisverleihung für die jungen Künstler fand jetzt im Margarete-Hannsmann-Saal statt. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Von Manuela Wolf 17.07.2018
Erste Aktion eines neuen Vereins war ein Malwettbewerb mit Spendensammlung. 400 Arbeiten wurden abgegeben, die Preise bei einer Feierstunde vergeben.

Spender zu finden für das Projekt „Freundschaftsmaler“ war nicht sonderlich schwierig, sagt Armin Kraus. Privatpersonen bezahlten fünf Euro für einen vorgefertigten Malbogen, Unternehmen zehn Euro. Vier Schulen und vier Kindergärten freuten sich über die Anfrage zur Teilnahme, auch in vielen Kinderzimmern wurde in Eigenregie fantasievoll gemalt, insgesamt wurden 400 Arbeiten abgegeben.

Eine Jury um Kunstmuseumsleiter Dr. René Hirner wählte 30 Preisträger in drei Altersgruppen aus. Nun war Preisverleihung im kostenfrei zur Verfügung gestellten Margarete-Hannsmann-Saal. Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg sprach ein Grußwort, der FCH-Stadionsprecher moderierte. Und am Ende freute sich die Nikolauspflege über 5000 Euro zur Beschaffung von digitalen Medien für sehbehinderte und blinde Kinder.

Aufs Netzwerk gesetzt

Simple Idee, großer Erfolg: Armin Kraus freut sich darüber, aber er wundert sich nicht. Hat er doch von Anfang an auf sein privates und berufliches Netzwerk prominenter Unterstützer gesetzt. „Alles, was der Verein hat oder macht, wurde kostenfrei zur Verfügung gestellt, vom Impressum auf unserer Website bis hin zum Catering bei der Preisverleihung. So können wir alle Spenden, die wir sammeln, eins zu eins durchreichen an Kinder in Heidenheim und Umgebung.“ Auch der gerade mal zwölf Köpfe zählende Mitgliederkreis sei in den ersten Monaten von Vorteil gewesen.

Nach der Vereinsgründung im August 2017 konnte das erste Projekt namens „Freundschaftsmaler“ zügig auf die Beine gestellt und zügig abgewickelt werden.

Kraus stammt gebürtig aus Niederbayern, trotzdem ist er mit dem Herzen in der Region zu Hause, sein Engagement gilt bedürftigen Kindern in der Region. Es sei nicht sein Ding, Golf zu spielen und nebenbei Spenden zu tätigen gegen eine Quittung. Viel lieber will er sich aktiv einbringen und versteht es, auch sein Umfeld für seine Ideen zu gewinnen.

Auch sein Sohn Felix Kraus, der Erzieher ist, gehört zum Team. Gemeinsam mit einem befreundeten Pädagogen stemmt er den betreuerischen Teil, Armin Kraus kümmert sich um betriebswirtschaftliche Angelegenheiten.

Nach den ersten erfolgreichen Gehversuchen, die ihr Ende in einer mehr als gut besuchten Preisverleihung fand, soll nun Schluss sein mit der Bescheidenheit und dem Wirken quasi im Verborgenen. Erster Schritt ist der Auftritt bei einem Heimspiel des 1. FC Heidenheim voraussichtlich im August. Nach der ersten Halbzeit darf Armin Kraus ans Mikrofon und ein paar Sätze über seinen Verein sagen. Zum Beispiel, dass „Freundschaftskinder“ aus einer ungeheuren Wut heraus entstanden ist, nach einer Reportage im Fernsehen über Kinderarmut, einer Schimpftirade auf die Ungerechtigkeit dieser Welt und die Frage seines Sohnes, der mit auf dem Sofa saß: „Ja und was tust du dagegen, außer schimpfen?“

Die Antwort fand sich bei einem langen Spaziergang: einen Verein gründen!

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