Film "First Man": Kameramann Felix Meinhardt sucht die Wiege der Menschheit

Heidenheim / Manfred F. Kubiak 12.03.2015
Der Filmemacher und Fotograf Felix Meinhardt kommt mit seiner Ausstellung "First Man" ins Pressehaus Heidenheim. Er zeigt Fotografien aus der gleichnamigen Filmproduktion, mit der er für den Deutschen Kamerapreis nominiert ist. Auch mit dem ZDF arbeitete der 32-Jährige, der in Heidenheim aufgewachsen ist, schon zusammen.

Der Mann geht ein hohes Tempo: Als Felix Meinhardt das letzte Mal in der Fotogalerie des Heidenheimer Pressehauses ausstellte, war er noch Student der Filmakademie Ludwigsburg. Und der Titel seiner Ausstellung lautete: „Ich verstehe nur Bahnhof“. Das war 2008. Mittlerweile ist Felix Meinhardt nicht nur Absolvent der Filmakademie, sondern bereits ein preisgekrönter, gefragter und in Fachkreisen bekannter Kameramann. Darüber hinaus betreibt er in Ludwigsburg eine eigene Firma. Das hindert ihn freilich nicht daran, wieder im Pressehaus auszustellen: Ab dem nächsten Dienstag wird dann sein Motto „First Man“ lauten.

Felix Meinhardt kann zwar als Geburtsort München angeben und verbrachte seine frühen Kindertage an der Nordsee. Aufgewachsen aber ist er in Heidenheim, wo er 2002 nicht nur sein Abitur baute, sondern wo er bis heute noch sehr verwurzelt ist. Hier leckte er auch erstmals Blut in Sachen Filmgeschäft: Es war ein Stadtporträt Heidenheims, das er und andere Schüler des Technischen Gymnasiums für ihre französische Partnerschule drehten.

Meinhardt absolvierte eine Berufsfachschule für Fotografie in Stuttgart, machte eine Fotografenlehre – und wurde eines Tages in der S-Bahn für die Filmakademie Ludwigsburg entdeckt. Gewissermaßen. Seinerzeit war es nur ein Student der Akademie, der Meinhardt an seiner Ausrüstung als Fotograf erkannte und für ein eigenes Studienprojekt einspannte. Danach stand dann die Frage im Raum, ob er sich nicht auch um einen Platz an der Akademie bewerben möchte. Meinhardt tat es – und wurde genommen.

Dort kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass sich Felix Meinhardt, der sich zuvor im Grundstudium selbstverständlich auch mit allen anderen Facetten des Filmschaffens vertraut gemacht hatte, hinter der Kamera am wohlsten fühlte. Und schon während des Studiums war er bereits maßgeblich an der Entstehung von Dokumentarfilmen beteiligt. „Supervulkan“, eine zusammen mit dem Regisseur Sebastian Scherrer vor allem am Beispiel des Laacher Sees in der Eifel und in spektakulären Bildern erzählte Wissenschaftsstory über Vulkane in Deutschland, wurde gleich vom ZDF gekauft. Meinhardt: „Unser hoher Anspruch war es gewesen, eine Dokumentation im Stil der erfolgreichen ZDF-Reihe „Terra X“ zu drehen, mit Bildern, die aus der Zeitschrift „National Geographic“ hätten stammen können. Dafür benutzten wird Technik, die normalerweise für Kinofilme verwendet wird, um mit einem Hochglanz-Look die Fernsehlandschaft beeindrucken zu können.“

Mit Erfolg. Und inzwischen ist Felix Meinhardt quasi Dauergast im Fernsehen und träumt nicht nur von „Terra X“, sondern ist an dieser erfolgreichen Fernsehserie schon beteiligt. Als Kameramann der sechsteiligen Reihe „Die Deutschland-Saga“, deren letzte Folge am kommenden Sonntag, 22. März, ab 19.30 Uhr im ZDF gesendet werden wird.

Im Zusammenhang mit seiner Arbeit für die „Deutschland-Saga“ wurde Felix Meinhardt übrigens für den Deutschen Kamerapreis nominiert. Ebenso wie für „First Man“, das nächste Großprojekt, das der 32-Jährige wieder mal zusammen mit Regisseur Sebastian Scherrer angepackt hat.

FIRST MAN Filmtrailer from Felix Meinhardt on Vimeo.

Wie es der englische Titel des Films vermuten lässt, geht es hier um die Wiege der Menschheit, die, wie eine junge amerikanische Genforscherin beweisen will, nicht unbedingt, wie es die Lehrmeinung annimmt, in Ostafrika stand. Für ihren Film sind Meinhardt und die anderen Macher anderthalbmal um den Globus gereist und drehten nicht nur im High-Tech-Licht des kalifornischen Silicon Valley, sondern vor allem im Süden Afrikas, in der Kalahari-Wüste, wo das Naturvolk der San lebt, das zwar 100 000 Jahre von anderen Populationen genetisch isoliert war, in dessen Erbgut sich dennoch Gemeinsamkeiten mit Westeuropäern nachweisen lassen.

Auch in Sachen „First Man“ – Meinhardt wurde für seine Kameraarbeit hierfür 2013 mit dem Caligari Award ausgezeichnet – verhandeln die Filmemacher um Felix Meinhardt bereits mit dem ZDF. In Heidenheim allerdings kann man sich bereits vorher ein Bild machen, wenn Meinhardt ab dem kommenden Dienstag Fotografien aus der Filmproduktion in der Galerie des Pressehauses ausstellen wird.

„Werte vermitteln, Traditionen bewahren“, sagt Felix Meinhardt, „das ist das, für was ich brenne.“ Und das ist bislang auch der Stoff, den die öffentlich erfolgreichen Dokumentarfilme transportieren, bei denen er hinter der Kamera stand. Wobei die Kamera längst nicht mehr alles ist, was Felix Meinhardt in Sachen Film in die Hand nimmt. Denn wenn seine Firma „Mitlichtzeichnen“, eine Agentur für Fotografie und Kameraarbeiten, die insbesondere auf Image- und Werbefilmformate fokussiert ist, einen Film dreht, dann ist Felix Meinhardt auch der Produzent und Regisseur.

Info Die Ausstellung „First Man“ mit Fotografien von Felix Meinhardt wird vom 17. März bis zum 10. April in der Galerie des Pressehauses Heidenheim zu sehen sein.
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel