Großkuchen „Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl“

Großkuchen / Karin Fuchs 03.12.2018
Bei der Seniorenfeier in Großkuchen gibt Bürgermeisterin Simone Maiwald Denkanstöße und macht Mut fürs Alter.

Die jährliche Seniorenfeier hatte eine spannende Frage: Wie ist sie wohl, Heidenheims neue Bürgermeisterin Simone Maiwald. Für die meisten der 111 erschienenen Senioren war es bei der Feier in der Turn- und Festhalle die erste Begegnung mit der Frau, die seit Frühsommer neben Oberbürgermeister Bernhard Ilg an der Spitze der Stadt steht. Und als erste Frau in dieser Position machte Maiwald gleich zu Beginn deutlich, wie wichtig ihr die Beteiligung von Frauen ist.

Viele Menschen werden älter

In ihrer Rede gab Maiwald Denkanstöße, die mit dem Alter und dem Älterwerden zu tun haben, machte aber auch Mut, sich vor dem Altwerden nicht zu fürchten. Sie selbst, verriet sie, werde in einigen Wochen selbst Großmutter. „Neu ist, dass so viele von uns Älter werden“, sprach sie die immer höhere Lebenserwartung an. Es sei ein Segen, Kinder, Enkel und teils Urenkel aufwachsen zu sehen. Das sei früher anders gewesen.

Einige verbänden mit dem Alter aber auch Sorgen. „Was ist, wenn ich ein Pflegefall - welch ein schreckliches Wort – werde?“ Diese und andere Fragen sollten Anstoß sein, Dinge besser zu gestalten. Vielleicht würden uns unsere Enkel später einmal fragen, warum wir so gelebt hätten, dass und in jungen Jahren die Zeit gefehlt hat und im Alter die Decke auf den Kopf falle. „Warum teilen wir die Aufgaben nicht besser auf?“, sagte Maiwald um die Senioren in die Pflicht zu nehmen: „Demokratie kenne keinen Schaukelstuhl.“ Denn solange man klar im Kopf sei, sei man mit verantwortlich.

Großkuchen vorbildlich bei guter Nachbarschaft

Als vorbildlich lobte Maiwald die Teilnahme Großkuchens an der Caring Community, zu deutsch: in guter Nachbarschaft. Mit Dingen wie dem Wochenmarkt und der Schwabschule sei Großkuchen Heidenheim einen Schritt voraus gewesen.

Ortsvorsteher Josef Weber hatte eingangs betont, wie wichtig es sei, dass sich die Bürger im Ort wohlfühlten. Deshalb sei es wichtig, Geschaffenes zu Erhalten, damit es keinen Rückschritt gebe. Weber ehrte als älteste Teilnehmerin Agnes Hassler (siehe Foto links unten), Georg und Gertrud Schwenk, die als ältestes Ehepaar zusammen 164 Jahre zählen, sowie als jüngste Teilnehmerin Elisabeth Altergott mit 65 Jahren.

Die Feier wurde wie immer von vielen im Ort mit gestaltet. So unterhielt zu Beginn der Musikverein Großkuchen nachmittags trat der Gesangverein Sangeslust Kleinkuchen auf die Bühne und Kinder der Grundschule Großkuchen hatten ihren Auftritt, bevor Pfarrer Michael Williamson die Gäste mit besinnlichen Worte auf den Heimweg schickte.

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