Heidenheim / Klaus Dammann  Uhr
Das neue „Avengers"-Abenteuer bricht eine ganze Reihe Rekorde und ist ein Höhepunkt des Superhelden-Genres.

Mehr Stars denn je, mehr Helden, mehr Tragik, mehr Ironie und mit 182 Minuten auch mehr Laufzeit als bisher bei einer der Marvel-Comicverfilmungen: „Avengers: Endgame“ ist ein fulminanter und hochunterhaltsamer Einschnitt nach 21 vorausgegangenen Kinospektakeln binnen elf Jahren.

Dieser vierte Film über das außergewöhnliche Team um Iron Man Tony Stark und Captain America Steve Rogers setzt als direkte Fortsetzung von „Infinity War“ aus dem vorigen Jahr ganz auf epische Momente – sei es in den sensationellen effektreichen Kampfszenen gegen die Horden des Titanen Thanos wie in den üppigen Handlungssequenzen, die den verschiedenen Charakteren, ihren Auffassungen und Beziehungen gewidmet sind. Und gerade letztere Erzählstränge sind es, die das Marvel Cinematic Universe, dessen dritte Phase mit „Endgame“ abgeschlossen wird, weit über die Standardebene des Superhelden-Genres hinausheben.

Hatte Thanos mit einem längst ikonisch gewordenen Fingerschnippen im Vorgängerfilm die Hälfte des Lebens im Universum ausgelöscht, so treten die unterlegenen Avengers hier noch einmal an, um das schreckliche Geschehen ungeschehen zu machen.

Das dreistündige (3-D-)Werk steckt voller überraschender Wendungen, bleibt trotz aller tragischen Entwicklungen stets entspannt in der darstellerischen Umsetzung, nimmt sich selten zu ernst und ist mit viel Witz und Humor inszeniert. Allen voran besticht dabei der einstige Donnergott Thor (Chris Hemsworth), der nach der Niederlage der Helden zum bierbäuchigen Big Lebowski mutiert.

Alle der zündenden Anspielungen in „Endgame“ zu entdecken, ist kaum zu schaffen. Beschäftigt ist man allein schon damit, die oft nur Sekunden dauernden Auftritte der vielen Stars aus den früheren Filmen der Serie nicht zu übersehen – von Natalie Portman bis Michael Douglas. Und die mittels Quantensprung mögliche Begegnung der Helden mit ihrer eigenen filmischen Vergangenheit wird zur fantastischen Zeitreise durch mehr als ein Jahrzehnt großer Kino-Unterhaltung. Was für ein Trip!

Kino-Center, ab 12