Heidenheim 3,2 Millionen Euro für die Heidenheimer Stadtkasse

Heidenheim / Thomas Zeller 15.08.2018
Bei dem Energieunternehmen sinkt 2017 der Umsatz, gleichzeitig steigt aber der Gewinn. Das Immobilienprojekt im alten Schlachthofareal macht Fortschritte.

Für den Heidenheimer Stadtkämmerer Guido Ochs sind die Stadtwerke Heidenheim eine sichere Bank. Einen Teil des Bilanzgewinns, immerhin 3,2 Millionen Euro, überweist das Unternehmen an seinen alleinigen Aktionär.

Dabei ist das Marktumfeld in dem sich die Energiefirma bewegt kein einfaches. Der Strom- und mittlerweile auch der Gasmarkt sind hart umkämpft, die Margen sinken. So wundert es auch nicht das der Umsatz der Stadtwerke im vergangenen Geschäftsjahr um knapp zehn Millionen Euro zurückging.

„Allerdings ist diese Entwicklung nur zum Teil auf ausgelaufene Großhandelsverträge zurückzuführen“, sagt Erich Weber, Geschäftsführer Markt der Stadtwerke Heidenheim. Zum Teil hätte der Umsatzrückgang seine Ursache auch in Anteilsverkäufen bei Tochterunternehmen. Wenn die Stadtwerke beispielsweise nur noch 25 Prozent an einer Firma unterhalten, dann kann der Energieerzeuger auch nur noch ein Viertel des Umsatzes dieses Betriebes für seine Bilanz verbuchen.

Erfolgreiches Projektgeschäft

Diese Anteilsverkäufe resultieren aus einem Projektgeschäft mit Wind- und Solarparks, das für die Stadtwerke immer wichtiger wird. „Uns werden mittlerweile deutlich mehr Projekte angedient als wir realisieren können“, sagt Dieter Brünner, Vorstand der Stadtwerke. Das Geschäft der Heidenheimer Firma liegt dann darin, diese Parks zu erwerben, zu optimieren und dann wieder teilweise an andere Stadtwerke zu veräußern. Allerdings seien hier die Zeiten mit zweistelligen Renditen vorbei, so Brünner. „Die mittlerweile 30 Partner in diesem Geschäftsbereich rechnen eher mit Gewinnen zwischen drei und fünf Prozent.“

Daneben blieb auch das Kerngeschäft mit Strom, Gas und Wasser profitabel.

Diese Gewinne helfen dabei die defizitären Sparten Bäder und Verkehr auszugleichen. Immerhin konnte das Geschäftsfeld Verkehr, dahinter verbergen sich unter anderem die Tiefgarage am Schloss und die Parkplätze am Naturtheater seine Umsätze leicht auf 187.000 Euro steigern. Von einer Kostendeckung sei man hier aber weit entfernt, so Weber.

Auch in der Aquarena ist ein Ende der Verluste nicht abzusehen, und das obwohl die Stadtwerke hier im vergangenen Jahr einen größeren Betrag in den Ausbau der Saunalandschaft investiert haben. „Wir hoffen so aber deutlich attraktiver für Saunagäste zu werden und möchten die Besucherzahlen in diesem Segment deutlich steigern,“ sagt Brünner. Zu dieser Strategie passt auch die Ankündigung, die Bestands-Saunen in diesem Jahr komplett zu sanieren.

Große Erwartungen haben die Stadtwerke an ihre Immobilienprojekte in Heidenheim. Bei der geplanten Neubebauung des Schlachthof-Areals (die HZ berichtete) sei man ein gutes Stück vorangekommen, so Weber. Die bisherigen Mieter auf dem etwa 9200 Quadratmeter sollen bis zum Jahresende ausziehen. Dann können wir im kommenden Jahr mit dem Abriss und den Bauarbeiten beginnen. Geplant ist hier die Entstehung eines Pflegeheims und der Bau von Wohnungen und „eventuell eines Boarding Houses“. Ein genaues Investitionsvolumen wollte Stadtwerke-Chef Brünner nicht nennen. Er gehe aber mindestens von einem zweistelligen Millionenbetrag aus.

Bei dem zweiten Projekt, der Neubebauung des Areals an der Nördlinger Straße, gab es bei dem Abriss der Waldhorn Brauerei zuletzt eine monatelange Verzögerung. Mittlerweile sei aber für die Entstehung der geplanten 135 Studenten-Apartments ein Baugesuch eingereicht worden, so Markt-Geschäftsführer Weber.

Zahlen im Überblick

Die wichtigsten Kennziffern aus der Stadtwerke-Bilanz:

Umsatz:

204,3 Mio. Euro (- 4 Prozent zu 2016)

Konzernjahresüberschuss:

20,7 Mio. Euro (+ 97 Prozent zu 2016)

Investitionen: 69,8 Mio. Euro (+ 55 Prozent zu 2016)

Personal: 229 (+10 Prozent zu 2016) tz

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel