Heidenheim Für die Umwelt: Wolfgang Eber lief 1600 Kilometer

Umweltaktivist auf Pilgerreise: Wolfgang Eber (rechts).
Umweltaktivist auf Pilgerreise: Wolfgang Eber (rechts). © Foto: privat
Heidenheim / Sandra Gallbronner 07.12.2018
Wolfgang Eber ist Klimapilger: Der Heidenheimer lief von Bonn nach Kattowitz, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Seit drei Monaten ist Wolfgang Eber auf den Beinen. Anfang September brach er in Bonn zu einer Pilgerreise nach Kattowitz auf, wo derzeit die UN-Klimakonferenz stattfindet. Wenn der 63-jährige Heidenheimer am heutigen Freitag in der polnischen Großstadt ankommt, wird er 1600 Kilometer in 90 Etappen hinter sich gelassen haben. Insgesamt haben sich etwa 300 Menschen – die meisten abschnittsweise – an dem Fußmarsch beteiligt. Sie nennen sich Klimapilger, werden von der Kirche unterstützt. Der harte Kern um Eber wird heute Kattowitz erreichen.

Doch warum das Ganze? Die ökumenische Gruppe wirbt für einen politischen Wandel im Klimaschutz: „Unser Motto ist Klimagerechtigkeit, unsere Hauptforderung der Kohleausstieg“, erläutert Eber. Arme Länder sollten nicht unter dem Klimawandel leiden müssen. Auch die Folgen des Kohleabbaus bekam der Rentner in der Region von Czerwionka in Polen zu spüren: „Uns kratzte es allen im Hals. Die Luft ist sehr schlecht.“

Marathonläufer im Klimakampf

Die ökumenische Pilgerweg findet zum dritten Mal statt. Eber war von Anfang an dabei, wenn auch nur etappenweise. Körperlich ist das kein Problem für ihn, schließlich ist er Marathonläufer.

Auf ihrem Weg feiern die Pilger Gottesdienste, nehmen an Aktionstagen teil, besuchen Landtage und kommen mit Bürgermeistern ins Gespräch. Wichtig war Eber die Übergabe der Forderungen an Staatssekretär Dr. Ulrich Nussbaum. „Deutschland verfolgt die Klimaziele nur halbherzig“, so Eber. Es passiere zu wenig, um die Erderwärmung einzudämmen oder den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Am vierten Tag erreichten die Klimapilger den Hambacher Forst, sprachen mit den dort lebenden Aktivisten. „Es war erschütternd, vor diesen riesigen Löchern des Braunkohletagebaus zu stehen.“ Bereits am nächsten Morgen begann die Polizei, den Wald zu räumen. Doch trotz solcher ernüchternder Erfahrungen, zieht Eber ein positives Fazit aus der Pilgerreise: „Ich hatte viel Freude und habe Freunde gefunden.“

Veranstaltungen rund um den Klimawandel

Auch in Kattowitz steht ein volles Programm an: Veranstaltungen rund um den Klimawandel, die zentrale Demonstration „March for Climate“ und ein Treffen mit dem ehemaligen Klimabotschafter der Philippinen. Nach einem dreitägigen Aufenthalt geht es für Eber am Montag zurück nach Heidenheim – diesmal aber mit Fernbus und Zug.

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