Heidenheim 14 Freunde für „Wowei“

Um dem im August verstorbenen Wolfgang Weiss zu gedenken, spielten im Lokschuppen 14 Freunde und Wegbegleiter und sorgten mit Geschichten und Anekdoten für einen ganz besonderen Abend.
Um dem im August verstorbenen Wolfgang Weiss zu gedenken, spielten im Lokschuppen 14 Freunde und Wegbegleiter und sorgten mit Geschichten und Anekdoten für einen ganz besonderen Abend. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Andreas Antoniuk 11.01.2019
In Gedenken an den im Sommer verstorbenen Musiker und Schauspieler Wolfgang Weiss gestalteten 14 befreundete Musiker einen ganz besonderen Abend im Lokschuppen.

Als George Harrison 2002 im Alter von nur 58 Jahren starb, kam es in der Londoner Royal Albert Hall zu dem legendären „Concert for George“, bei dem Freunde und musikalische Weggefährten auftraten. Etwas Ähnliches erlebten die Besucher am Sonntag im Lokschuppen in Heidenheim; in kleinerem Rahmen, mit 14 Heidenheimer Musikern und Künstlern, die dem Ruf der Gruppe „Quasi Musici“ gefolgt waren, um dem im August verstorbenen Musiker und Schauspieler Wolfgang Weiss zu gedenken, der an diesem Tag seinen 67.Geburtstag gefeiert hätte.

Musik, Geschichten, Anekdoten

Es war ein langer, aber nie langweiliger Abend unter dem Titel „Somewhere over the rainbow“, den „Wowei“ selbst noch vor Jahresfrist zusammen mit Ukulele und Gitarrenbegleitung intoniert hatte und bei dem Wolfgang Sörös und Ricarda Rickert am Ende mit ihrer Version des Songs den Anwesenden einen Schauer über den Rücken jagten. Ein Abend, gespickt mit Geschichten und Anekdoten über einen kreativen und vielseitigen Menschen, die Franz Endlicher gekonnt moderierend dem vollbesetzten Lokschuppen nahebrachte.

Die Gruppe „Quasi Musici“, der Wolfgang Weiss über 30 Jahre angehört hatte, eröffnete mit „With a little help from my friends“ den Abend. Gefolgt von Wolfgang Sörös und Johanna Schauz, die mit „In diesem Moment“ und Eric Claptons „Tears in Heaven“ zwei gesanglich hervorragend vorgetragene Balladen präsentierten. Das Duo „You'n'Me“ mit Ricarda Rickert und Andreas Antoniuk verdankt seine Existenz einem von Weiss arrangierten Auftritt; „Miteinander“ und „Gracias a la Vida“ mit vielstimmiger Unterstützung des Publikums waren ihre Verbeugung vor Weiss.

Dieser, selbst nie unpolitisch, hatte zu Zeiten, in denen die deutsch-griechischen Beziehungen im Keller waren, das Projekt „Gitarren und Bouzoukis“ mit dem schwäbischen Griechen „Lacki“ Jakovidis und dem griechischen Schwaben „Lambi“ Piperidis initiiert, die mit griechischen Klängen den Saal in Stimmung brachten.

„Musik und Magie“, das war ein Projekt, das den Bibliothekar, Schauspieler und Ex-Magier Klaus-Peter Preußger mit Weiss zusammengebracht hatte, und so konnte man ihm nach langer Zauber-Abstinenz im Lokschuppen wieder einmal auf seine magischen Finger schauen. „One-Man-Urgestein“ Sörös erinnerte mit „Dr Moschd“ und der herrlichen Vertonung von Josef Eberles „G'sangsverei“ an „Woweis“ Liebe zur Mundart. Den stimmigen Schlusspunkt des ersten Sets setzten Li Schnitzer und Simon Abele mit dem ehemaligen „Quasi“-Drummer Eugen Pfaff. Es waren erneut „Quasi Musici“, die den Abend nach der Pause mit „Mighty Quinn“ fortsetzten; mit Hendrik Plachtzik am Schlagzeug, der im Anschluss am Keyboard „Ein Teil von dir“ intonierte. Für Katharina Winkler und Benjamin Pickel war es eine Premiere, erstmals vor einem so zahlreichen Publikum aufzutreten.

Theater und Rocksongs

Wolfgang Weiss war auch lange Jahre Vorsitzender des Naturtheaters gewesen, hatte die Reihe „Kultur im Café“ ins Leben gerufen und den Verein in schwierigen Zeiten geführt. Auf der Bühne spielte er 1999 die Hauptrolle in „Annie“, unter der Regie von Oliver von Fürich, der zudem noch seine Doppelbesetzung war – dieser intonierte mit der damaligen weiblichen Hauptdarstellerin Ann-Sophie Pfisterer den Schluss-Song des Stücks.

Zu guter Letzt wurde es richtig laut, denn mit Jörg Stockinger und Siggi Schwarz kamen zwei Edelrocker auf die Bühne, die natürlich auch ihre gemeinsame Historie mit „Wowei“ hatten und die es zusammen mit Ex-„Stormwitcher“ Stefan Kauffmann richtig krachen ließen. Überhaupt: Siggi Schwarz war nicht nur als Musiker am Erfolg des Abends beteiligt, sondern hatte sich im Vorfeld stark bei dessen Vorbereitung eingesetzt, wie Franz Endlicher betonte.

Und noch einer konnte sich freuen: war das Konzert doch von vornherein als Benefizveranstaltung für eine örtliche Institution geplant, stellte Endlicher den Erlös dem Verantwortlichen des neuen Hospizes „Haus Barbara“, Lars Helfert, in Aussicht. „Knockin' on heavens door“ setzte den Schlusspunkt unter einen grandiosen Abend, den das Publikum mit stehendem Applaus feierte.

Hospiz Haus Barbara

Die Stiftung Lindenhof plant, mit dem Haus Barbara ein stationäres Hospiz im Kreis Heidenheim zu bauen und zu betreiben. Dabei sind sie auf Spenden angewiesen. Diese sind auch möglich auf dem HZ-Spendenportal unter www.unsere-hilfe-zaehlt.de

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