Kreis Heidenheim / erwin bachmann  Uhr
Die alte Standarte der ersten Sanitätskolonne hält der DRK-Kreisverband Heidenheim noch heute in Ehren. 125 Jahre später zeigt die moderne Hilfsorganisation zwar ganz anders Flagge, aber die Aufgabenstellung ist immer noch dieselbe: im Dienst des Menschen.

Wie's war, wie's ist und vor welchen Herausforderungen man steht, stand am Samstag im Mittelpunkt einer Festveranstaltung im Rathaus, in deren Rahmen dem DRK-Kreisverband Heidenheim anlässlich seines 125-jährigen Bestehens die Henry-Dunant-Plakette überreicht wurde. Mit der nach dem Begründer der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung benannte Auszeichnung soll die beeindruckende Leistung der hier im Roten Kreuz tätigen Menschen gewürdigt werden.

Kreisverband Heidenheim hat starke Innovationskraft

„Sie können stolz sein auf die Jubiläumsbilanz“, urteilte der Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, Dr. Lorenz Merk, vor den Festgästen, zu denen auch eine Rot-Kreuz-Delegation aus St. Pölten zählte. Wenn sich heute 800 aktive Ehrenamtliche im Zeichen der Roten Kreuzes engagierten, über 8500 Fördermitglieder diese Arbeit unterstützten und wenn diese Arbeit fest verwurzelt sei in dieser Region und von den Menschen als ein Stück sozialer Reichtum erlebt werde, sei dies ein Zeichen, dass die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz Zukunft habe. Der Gast aus Stuttgart bescheinigte dem örtlichen Kreisverband eine starke Innovationskraft und eine Fähigkeit zur Kooperation, die sich auch in der guten Zusammenarbeit im Rettungsdienst mit Ulm zeige. Weitere Stärken Heidenheims sieht er unter anderem in der aktiven Jugendarbeit und in sozialen Projekten für alter Menschen.

Einer der Motoren des DRK-Kreisverbandes Heidenheim ist dessen Präsident Albert Tränkle, der in der Feierstunde auf die Wurzeln und die Entwicklung der Heidenheimer Rot-Kreuz-Arbeit einging, die vom ersten Pferdegespann zum Krankentransport bis zur vielgestaltigen DRK-Arbeit moderner Prägung reicht – und nicht nur das im Bau befindliche Rettungszentrum in Giengen zeigt, dass der Entwicklungsprozess immer weitergeht. „Auch wer schon 125 Jahre alt ist, hat immer noch eine Zukunft“, so Tränkle, der sich dessen auch angesichts des vor der Tür stehenden Paradigmenwechels sicher ist: Jetzt müsse man sich auf die demographische Veränderung, auf veränderte Arbeitswelten, auch die Veränderung der Wertschätzung von Ehrenamt und Helfen, auch auf das Diktat der Ressourcen einstellen.

DRK als Gegenentwurf selbstzentrierter Lebensformen

Da zeigt sich auch Bürgermeister Rainer Domberg durchaus optimistisch. Er sieht im DRK einen Gegenentwurf zu den sich in dieser Zeit häufig abzeichnenden zweckorientierten und selbstzentrierten Lebensformen. Wie sehr die im DRK aktiven Menschen gebraucht werden, hat sich für ihn zuletzt ganz konkret beim Einsatz nach der Gasexplosion in der Felsenstraße und bei der Fluthilfe in Döbeln gezeigt. Gerade weil die vielfältige Hilfe für viele Menschen selbstverständlich geworden sei, gar nicht mehr wahrgenommen werde, sei es richtig und wichtig, dass sich der Kreisverband zu einer großen Werbekampagne entschlossen habe: „Ich hoffe, sie hat den gewünschten Erfolg.“