ZWISCHENRUF: Ruhig Blut im Sommerloch

ERNST KLETT 22.08.2012

Scheinbar mühelos haben HCH, MÜN, HOR und alle die vielen weiteren alten Autokennzeichen ihren langen Weg durch die bürokratischen Mühlen zur Wiedererweckung genommen. Zwar hat immer schon hier und dort jemand gewusst, dass es diesen Schritt zurück doch wirklich nicht brauche, aber die Befürworter blieben eine feste Bank - und sind Woche für Woche mehr geworden. Doch jetzt, kurz vor Schluss, werden dem die Heimatliebe deutlich machenden und den Tourismus begünstigenden Projekt plötzlich dicke Stein in den Weg gelegt. Alles unsinnig und unnötig, unter Umständen sogar gefährlich, meinen Vertreter der Polizeigewerkschaft, des Landkreistages und etlicher Institutionen mehr.

Haben die alle zwei Jahre lang nicht aufgepasst? Schiergar unmöglich. Denn der von der Hochschule Heilbronn angekurbelte Vorstoß, über den die HZ von Anbeginn an berichtet hat, wurde stets und sehr öffentlichkeitswirksam gehandhabt. Ists das Sommerloch 2012, das bislang so überhaupt nicht gut war für ein heißes Thema? Dafür allerdings darf die Initiative nicht missbraucht werden. Die Sache ist schließlich auf Herz und Nieren geprüft worden: Warum sollte die Polizei den Halter eines Fahrzeugs plötzlich nicht mehr übers Kennzeichen ermitteln können? Statt einem BL wird halt das HCH in den Computer eingegeben. Falls ein Ostfriese auf dem Burgparkplatz Mist baut, dann hat man in diesem Fall schon immer das AUR bemühen müssen. Und das Argument der hohen Verwaltungskosten? Die bleiben doch wie immer am Autofahrer kleben!

Aber wie ist das mit dem Zusammenwachsen im Zollernalbkreis, das durch das HCH empfindlich gestört werden soll? Man drehe den Spieß lieber um: Wenn dieser Landkreis wirklich zusammengewachsen ist, dann bleibt auch in liberalen Kennzeichen-Zeiten jeder beim BL. Man wird sehen.

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