ERNST KLETT  Uhr

Seit 1966 hat der Raum Hechingen den Luxus einer wohnortnahen Patientenversorgung in der Weilheimer Straße gehabt. Jetzt geht diese Ära zu Ende. Ohne größere Begleitumstände. Der enorme Proteststurm, den die Nachricht von der Schließung des früheren Kreiskrankenhauses ausgelöst hat, ist längst wieder vorbei. An den Förderverein erinnert man sich ebenfalls kaum mehr.

Derweil ist in Balingen für die Nachfolge kräftig investiert worden. So kräftig und über Plan, dass man in Hechingen zwar nochmal nachgerechnet hat, aber da war es halt längst zu spät. Fortan führt definitiv kein Weg mehr an Balingen oder Albstadt vorbei, wenn man im Raum Hechingen wohnt und ins Krankenhaus muss - wenn man nicht gleich Tübingen oder Reutlingen vorzieht. Was die weiten Wege für Unleidigkeiten bedeuten können, das haben viele Kranke und deren Angehörige schon in den zurückliegenden Monaten zu spüren bekommen - Hechingen war schließlich nur noch Innere Klinik des Zollernalb Klinikums.

Deren Chefarzt Dr. Gerhard Treiber ist gestern Abend verabschiedet worden. In Hechingen. Und Landrat Günther Martin-Pauli hat dies als ausreichend erfahrener politischer Fuchs natürlich zu nutzen gewusst: Der Abschied des Chefs wurde gleich noch zum leisen Abschied des Hechinger Krankenhauses gemacht. Das ist eigentlich ein feiner Zug. Es muss jetzt zwar immer noch ein Letzter das Licht ausmachen in der Weilheimer Straße, aber es hat zuvor doch immerhin etwas Feierliches gegeben, das in Erinnerung bleiben kann.

Erinnern wird Hechingen im Gegenzug den Landrat auch weiterhin an die Nachnutzung des Krankenhauses. Da hat es schon gute Ansätze gegeben, doch die Stadt und ihr Umland werden hoffentlich hartnäckig bleiben.