Vor 40 Jahren konnte sich Hechingen noch glücklich schätzen, hatte es doch gleich zwei Krankenhäuser: das Kreiskrankenhaus und das katholische Krankenhaus St. Elisabeth. Der Krankenhausbedarfsplan des Landes griff aber schon damals. Im Kreiskrankenhaus hätte man gerne mehr Betten gehabt, die waren wohl sogar schon einmal zugesagt gewesen, daran war im März 1976 nicht einmal mehr zu denken. Hechingen solle bitte, heißt es von Seiten des zuständigen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung in Stuttgart, die Betten in St. Elisabeth mit nutzen.

Hoher Besuch, nicht aus Stuttgart, sondern aus Berlin, sagte sich in Balingen an. Hans-Dietrich Genscher kam auf eine Stippvisite vorbei, und wurde bestens mit Most und Bauernvesper bewirtet. Genscher war nicht nur Außenminister und Stellvertreter des Bundeskanzlers (der damals Helmut Schmidt hieß), sondern auch Bundesvorsitzender der F.D.P., der Drei-Pünktchen-Partei. Und wie vier Jahrzehnte später, standen just in Baden-Württemberg Landtagswahlen an. Ein bisschen Werbung tat also gut.

Von der Landes- und Bundespolitik zurück auf kommunale Ebene. An der Kreuzung bei der Schafhausbrücke in Hechingen wurde die Ampelanlage eingeweiht. Damit sollte der Verkehrsknotenpunkt, an dem sich die Unfälle häuften, entschärft werden. Trotzdem warnte die Polizei "vor allzu großer Sorglosigkeit".

Während prominenter Besuch oder Verkehrsänderungen schon damals von der HZ mit Foto festgehalten wurden, zeigte der Film-Club SwB sogar Filme vom Geschehen aus Steinhofen, Thanheim, Zimmern und Weilheim. Als Kinosaal diente unter anderem der Gasthof "Lamm" in Steinhofen. In Kurzfilmen wurden da ein Jedermannturnier in Steinhofen ebenso festgehalten, wie ein Platzkonzert der Musikkapelle Thanheim oder das Irma-West-Kinderfest in Hechingen. Der genannte Film-Club war übrigens erst ein Jahr zuvor gegründet worden. Die Burg Hohenzollern hatte die schöne Kulisse für die Versammlung geboten.

Stoff für ein Drehbuch hätte ganz sicher auch die Liebelei zwischen einem 54-jährigen Knastbruder und einer adretten, heiratslustigen Witwe geboten. Die Zuneigung war leider etwas einseitig, der 54-Jährige, der sich gern als "Oberförster" ausgab, entpuppte sich als schamloser Betrüger, der das Vertrauen der armen Frau schamlos ausnutzte. Statt im Hafen der Ehe landete der Mann gleich wieder hinter Gittern. Das Amtsgericht in Hechingen kannte da kein Pardon.