Er ist studierter Germanist und Buchautor – vor allem aber ist er theateraffin. Die Rede ist von Andreas Krink, gebürtiger Hechinger, stellvertretender Vorsitzender des Turnvereins und höchst konsequent bestrebt, in Hechingen ein Zimmertheater zunächst zu gründen – und dieses mittel- und langfristig in der Stadt zu etablieren. An seiner Seite weiß er eine kleine Theater-Initiative, der sechs Mitstreiter angehören, darunter ein Mitglied mit Schauspielausbildung.

Stadt soll 28 000 Euro geben

Wie ernst es dem 55-Jährigen, der in den vergangenen zehn Jahren seiner Elternzeit – Krink ist Vater von drei Kindern – diverse Theaterstücke geschrieben hat, ist, bekräftigt sein Gesuch bei der Hechinger Stadtverwaltung, das Theaterprojekt aktiv zu unterstützen. Krinks „Impulsforderung“ (weil einmalig): 28 000 Euro, um das Engagement von drei oder vier professionellen Schauspielern in Teilzeit finanzieren zu können. Und zusätzlich die möglichst ganzjährige Überlassung des kleinen Saals und des Billardzimmers im „Museum“, um dem Zimmertheater Hechingen ein Zuhause geben zu können. Am liebsten mietfrei oder für eine kleine Miete. Bis dato hat Krink noch nichts von der Stadtverwaltung – die seinen Wunsch in den Bürgerhaushalt einbringen soll – gehört.

Vision vom Hohenzollerischen Landestheater

Bevorzugt, erzählt Andreas Krink, würde er das Zimmertheater Hechingen als gemeinnützige Unternehmensgesellschaft gründen – dafür könnte es dann sogar Fördergelder geben. Doch auch wenn das nicht klappen sollte, wird es zur Gründung kommen: spätestens zum 1. September 2020, lässt der 55-Jährige keinen Zweifel aufkommen. Und geht noch weiter: In fünf Jahren, ist er von seinem Projekt und dessen Erfolg überzeugt, soll aus dem Zimmertheater Hechingen das Hohenzollerische Landestheater Hechingen werden.

Bis dahin muss es so sein, „dass nicht der Hechinger nach Tübingen ins Theater geht, sondern der Tübinger nach Hechingen“.   Überhaupt hat Andreas Krink den Anspruch, mit seinem Theater „überregionale Bedeutung“ zu erlangen.  Oder, stellt der für die Oberliga lizenzierte Basketballtrainer die Parallele zum Sport her: „Auf Kreisliga-Niveau wollen wir nicht dümpeln.“

Plan: 80 Veranstaltungen jährlich

Ambitioniert ist auch das Pensum, das das Zimmertheater im Ganzjahresbetrieb bewältigen soll.  Zirka 80 Veranstaltungen jährlich werden angepeilt – mit mindestens einer Theaterveranstaltung je Wochenende.  Gedacht ist an zwei Uraufführungen und zwei Premieren per annum; zusätzlich soll es Gastauftritte und ein kulturelles Beiprogramm à la Poetry-Slam, Kabarett oder Puppentheater geben.  Ganz wichtig ist  dem Hechinger, dass sein ­Theater das ganze Spektrum an Stoffen  (gerne auch mit lokalem Bezug) spielt – vom Drama bis zur Komödie, alte und moderne Klassiker bis hin zu avantgardistischen/experimentellen Inhalten. Krink kann dazu selbst mit von ihm erarbeiteten  Drehbüchern aufwarten.   Und so denkt er im Rahmen der Eröffnung des Zimmertheaters Hechingen  an die Uraufführung der von ihm geschriebenen Komödie „Graf Friedrich“. Ob er vor hat, auch selbst auf der Bühne zu stehen? Nein, sagt Krink. So sehr er das Theater liebe, ein Schauspieler sei er nicht. Er sehe sich eher in der Rolle des „Mädchens für alles andere“.

Theater Lindenhof als Vorbild

Bleibt die Frage: Braucht Hechingen ein Theater?  „Weil es bisher keines gibt – ja.“ Dass es von Erfolg begleitet sein kann, „haben die Lindenhöfler unter Beweis gestellt“. Und Krink ergänzt: „Das könnte  auch das Profil der Stadt schärfen.“ Aus diesem Grund hofft er auf ein positives Signal aus dem Rathaus. Und verspricht:  „Wenn die Stadt Geld zur Verfügung stellt, wollen wir eine kulturelle Teilhabe ermöglichen“ (für finanziell schwache Menschen).

Info Jeder, der sich von Andreas Krinks Theaterprojekt angesprochen fühlt und mitwirken möchte, darf sich bei ihm melden: Andreas.Krink@gmx.de.

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