Hechingen XXXL-Bauwagen für den Naturkindergarten

Hechingen / Hardy Kromer 04.08.2018
Der Naturkindergarten nimmt Gestalt an: Der Bauwagen ist da. Nur die Anmeldezahlen sind noch etwas arg dürftig.

Wie groß kann denn ein Bauwagen sein? Die Augenzeugen, die am Freitagvormittag zur Ankunft des Naturkindergarten-Domizils auf dem Hechinger Schützenhaus-Parkplatz geladen waren, staunten Bauklötze – naturbelassene natürlich. Mit 13 Metern so lang wie ein größerer Zirkuswagen und mit drei Metern breiter, als die Polizei auf deutschen Straßen erlaubt. Aber gut: Angesichts von Kosten von 63 000 Euro durfte man ja auch ein sehr gediegenes Gefährt erwarten.

Angeliefert wurde das Acht-Tonnen-Monstrum per Tieflader in zweitägiger Fahrt aus Polen, wo es seine Endmontage erfahren hatte. In Empfang genommen wurde es vom Hechinger Stadtjugendpfleger Rainer Püttbach, der beim Projekt Naturkindergarten die Federführung hat, von Architekt Raimund Mantei, der die bauliche Projektleitung hat und der Stadt alle Genehmigungen besorgte, und von zwei der drei Erzieherinnen: Für die als Leiterin neu eingestellte Karin Wätzig und ihre Kollegin Nina Gihr war es ein Tag der Freude: Jetzt, so sagten sie, werde das Projekt erst richtig greifbar.

Der Lohnunternehmer Andreas Tossenberger musste mit seinem Traktor Millimeterarbeit leisten, bis der XXXL-Bauwagen vom Tieflader heruntergezogen war. Doch dann ging’s recht zügig auf die letzte Etappe der Fahrt: vorbei am Rapphof und am Gelände des Schäferhundevereins hinauf ans Lärchenwäldle zum ehemaligen Festplatz der Weiherbewohner. Dort, am Waldrand mit herrlichem Burg-Blick, unweit des von den städtischen Forstleuten hergerichteten Waldspielplatzes, nahm das Schwergewicht auf Rädern seine Endposition ein.

Wenn erst noch der Holzofen eingebaut ist, kann der Bauwagen winters wie sommers das Domizil einer bis zu 20-köpfigen Kindergartengruppe werden. Annähernd gefüllt ist diese bislang freilich nur in den Wünschen und Hoffnungen der städtischen Macher und der hochmotivierten Erzieherinnen (Nummer drei im Bunde ist Manuela Spranger aus Schlatt). Denn bislang sind erst fünf Buben und Mädchen für die naturnahe Erlebnispädagogik angemeldet. Rainer Püttbach ist jedoch fest überzeugt, dass es noch ein paar Kinder mehr werden, bis es in genau einem Montag, am 3. September, losgeht – und im Laufe des ersten Jahres sowieso. Schnell werde sich in der Stadt herumgesprochen haben, was für ein tolles Angebot da oben am Lärchenwäldle enstanden ist.

Aufgenommen werden Kinder ab drei Jahren, wobei Karin Wätzig betont: „Wir nehmen auch Windelkinder.“ Betreuungszeiten sind täglich von 7.30 bis 13.30 Uhr. Bis 9 Uhr sollten alle Kinder da sein. Dann wird gemeinsam gefrühstückt, und danach wird auf dem lauschigen Platz im Walde gespielt, gebastelt, gewerkelt – oder es geht mit dem Bollerwagen weiter hinaus in die Natur, zum nahen Märchenpfad oder auch mal in die Stadt.

Freilich muss sich erst noch alles einspielen, auch im Kontakt und im Zusammenspiel mit den Nachbarn, die sich zweimal täglich auf Elterntaxi-Verkehr einstellen müssen. Rainer Püttbach lobt das Verständnis der Anwohner außerordentlich. Beispiel Hundeverein: Auf dessen Gelände dürfen die Elterntaxis parken und wenden, und der Kindergarten kann dort täglich sein Frischwasser holen.

13

Meter lang ist der Bauwagen für den Naturkindergarten. Davon entfallen zwei Meter auf die Terrasse. Mit einer Breite von drei Metern ist er nicht für den Straßenverkehr zugelassen.

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