Es kichert im Klassenzimmer 401 des Realschul-Gymnasium-Gebäudes, als Marius Loy seine 20 Zuhörer auffordert, sich in einer weiteren Übung alles von der Seele zu schreiben, was sie „echt absolut hassen“. Da fällt einigen sofort so einiges ein – doch Loy drückt auf die Bremse: „Keine persönlichen Dinge, niemand beleidigen. Und nix gegen die Lehrer!“ Oooch, schade! Mit dieser leichten Einschränkungen versehen, kommen den 20 aber ennoch viele Ideen, was sie so gar nicht mögen und was sie  zu Papier bringen wollen, es sprudelt nur so aus den Füllern und Kulis heraus: Eingebildete Leute, ungepflegte Jungs, Hausaufgaben, allzu frühes Aufstehen...

Mit dieser und anderen Übungen versucht Loy, den Schülern kreatives Schreiben beizubringen – authentisch, herz- und bildhaft, griffig, aus dem Bauch heraus, aber immer mit Anstand.

Er scheint Erfolg zu haben. Was er da tut, tut er hauptberuflich. Schulen aus dem ganzen Südwesten laden ihn ein, bei ihnen einen solchen Workshop zu veranstalten. Wie er selber berichtet, erhält er positive Rückmeldungen. Nicht wenige Jugendliche, die seinen Anleitungen folgen und weiter an sich arbeiten, beteiligen sich später erfolgreich an Schreib-Wettbewerben und Poetry Slams. Die einen auf YouTube im Imternet, die anderen auf regionalen Bühnen.

Es ist aber auch in der Schule und im Berufsleben von Vorteil, wenn man sich auszudrücken versteht. Oder wenn man zumindest weiß, welche Fehler man beim Formulieren vermeiden sollte: Umständlichkeiten, Schachtelsätze, allzu viel indirekte Rede oder Hauptwörterei.

In Burladingen hatten sich fünf Angehörige der Werkrealschule  zu dem Workshop angemeldet, sieben von der Realschule und acht vom Progymnasium. 19 junge Frauen waren es – und nur ein junger Mann. Das verwundert Gymnasiallehrer Chris Bartels nicht. Es sei nun einmal so, dass Mädchen – zumindest in dem Alter, Klassenstufe 9 und 10 – größeres Interesse am Schreiben zeigen als Jungs.

Im weiteren Verlauf des Workshops gab Marius Loy Tipps, wie man Texte vorträgt: nämlich nicht verhuscht, nicht großspurig, nicht zappelig sondern mit Überzeugung. Seine eigene Vortragsweise hat dagegen etwas Komödiantisches an sich, er kaspert hie und da. Aber das kommt bei seinem Publikum an. Was er in diesen Momenten sagt, bleibt im Gedächtnis haften.

Echter Poetry Slam am 23. November in der Grundschulaula

Erwachsene, die Loy erleben wollen, können das beim Poetry Slam am 23. November in der Burladinger Grundschulaula. Dort moderiert er den Wettstreit von vier bereits erfahrenen Text- und Wortkünstlern. Wer die vier sein werden, steht weiterhin nicht fest. Aber es wird rechtzeitig bekannt gegeben. Man sollte sich den Termin vormerken. Warum? Weil die Wort-Gladiatoren versuchen, sich mit Witz und skurrilen Einfällen zu überbieten. So sind die Wettbewerbe überaus vergnüglich. Und oft erfrischender, als so mancher Comedy-Abend.

Vorverkauf hat begonnen – Burladinger Vorwahl

Einlass zum Poetry Slam in der Grundschulaula ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Eintrittskarten kosten ermäßigt 9 Euro, im Vorverkauf 11 Euro und an der Abendkasse 13 Euro. Bestellen kann man unter: info@kulturverein-burladingen.de. Oder telefonisch: 07475/953840. Die hier angegebene Telefonnummer ist die richtige. In der heutigen Printausgabe der HZ war aus Versehen eine falsche Vorwahl angegeben. Veranstalter des Abens ist der Kulturverein Burladingen, den Workshop finanzierte der Schulförderverein.

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Vorverkauf Einlass zum Poetry Slam in der Grundschulaula ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Eintrittskarten kosten ermäßigt 9 Euro, im Vorverkauf 11 Euro und an der Abendkasse 13 Euro. Bestellen kann man unter: info@kulturverein-burladingen.de. Oder telefonisch: 07475/953840. Veranstalter des Abens ist der Kulturverein Burladingen, den Workshop finanzierte der Schulförderverein.