Beim dem Tier, das in der Nacht von 1. auf 2. Juli Juli unterhalb des Salmendinger Kornbühls mehrere Schafe gerissen hat, handelt es sich eindeutig um einen Hund – nicht um einen Wolf. Das steht für die Forstliche Forschungs- und Versuchsanstalt in Freiburg aufgrund von DNA-Analysen inzwischen zweifelsfrei fest.

Mehrere Schafe wurden bei nächtlichem Angriff getötet

Wie die HZ berichtete, wurden bei dem nächtlichen Angriff auf die Herde zu Monatsbeginn mehrere Schafe getötet, weitere mussten aufgrund ihrer Verletzungen am nächsten Tag von Menschenhand getötet beziehungsweise geschlachtet werden. Die Angaben gehen auseinander, insgesamt dürften aber um die zehn Tiere ihr Leben gelassen haben.

Der Mössinger Besitzer, Schäfer Alfred Haussmann, äußerte damals die Vermutung, ein Wolf habe seine Herde überfallen. Anders sah das der Stettener Förster und Wildtierbeauftragte des nördlichen Zollernalbkreises, Jürgen Veser. Sein Verdacht richtete sich von Anfang an auf einen Hund. Für nicht gänzlich ausgeschlossen hielt er es, dass es sich sogar um einen der beiden Vierbeiner Haussmanns handeln könnte. Sie befanden sich in der fraglichen Nacht bei der Herde und sollten über sie wachen.

Wildtierbeauftragter glaubt nicht an die Wolf-Theorie

Genährt sah Veser seine Überlegung dadurch, dass Haussmanns Herde in diesem Jahr bereits in Mössingen und Talheim zweimal angegriffen wurde (über 30 Tiere kamen dabei um). Der Wolfsverdacht hatte sich aber nie bestätigte. Zumindest in Mössingen konnte er ebenfalls durch Gen­analyse zweifelsfrei widerlegt werden. Auch hier war ein Hund der Übeltäter. Veser hielt einen Wolfsangriff auch deshalb für unwahrscheinlich, weil keines der getöteten Schafe unterm Kornbühl Fraßspuren am Körper aufwies. Demnach hätte sich der Angreifer aus purer Aggression oder Mordlust über seine Opfer hergemacht. „Das passt nicht zum Wolf“, sagte Veser, als die HZ ihn nach dem Vorfall interviewte. „Er jagt und tötet, weil er Hunger hat und macht sich dann über seine erlegte Beute her, bis er satt ist.“

Laboranalysen sind sehr teuer

Dass es sich beim Angreifer in Salmendingen um einen Hund handelte, steht nun aufgrund der DNA-Analyse fest – die im Übrigen aufgrund von Vesers Drängen und Betreiben vorgenommen wurde, nachdem er den Fall eindeutig geklärt haben wollte.

Theoretisch wäre es möglich festzustellen, ob eines von Haussmanns Tieren der Übeltäter war – oder ob die beiden keine Schuld trifft. Doch darüber liegen keine Erkenntnisse vor. Dahingehende Untersuchungen wurden wohl aus Kostengründen nicht vorgenommen. Die entsprechende Laboranalysen sind aufwendig und teuer.

Soweit Veser weiß, gibt es deutschlandweit nur ein oder zwei Institute, die überhaupt dazu in der Lage sind.

Info Die Anfrage der HZ an die Forstliche Forschungs- und Versuchsanstalt Freiburg beantwortete deren Mitarbeiter, der Biologe Felix Böcker.

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Überwiegend Fehlwahrnehmungen


Keine Gefahr Im Mai tappte im Donautal ein wirklicher Wolf in eine Foto-Falle. Fachleute halten die Region möglicherweise für ein „Durchzugsgebiet“ vereinzelter, allein umherstreifender Tiere, da es dort schon früher Sichtungen gab. Für die Alb liegen keine gesicherten Meldungen vor. Experten gehen allgemein davon aus, dass der Wolf als ein scheues Wildtier für den Menschen keine Gefahr darstellt. Gesichtet wird Isegrim vielfach, bei näherer Untersuchung durch die Forstliche Forschung- und Versuchsanstalt stellen sich die allermeisten Meldungen aber als Verwechslungen oder als Fehlwahrnehmungen heraus. Beim vermeintlichen Wolf dürfte es sich um freilaufende Hunde handeln – die, weil an den Menschen gewöhnt, oft gefährlicher sein können, als der Wolf.