Insbesondere in den drei Mittelbereichsstädten Balingen, Hechingen und Albstadt des Landkreises ist die Wohnungssuche zu einem stattlichen Problem geworden. Kommt hinzu, dass der Quadratmeterpreis bezahlbar sein muss, ist dieses Problem mittlerweile nur noch sehr schwer zu lösen. In der Sitzung des Schul-, Kultur- und Sozialausschusses des Kreistages am Montag, 24. Juni, gibt das Landratsamt einen Überblick über die Situation im Zollernalbkreis. Die Aussichten sind wenig rosig.

Beispielgebend sein dürfte die Stellungnahme der Stadt Albstadt zur Wohnraumoffensive-Umfrage der Landkreisverwaltung. Darin heißt es: „Unserer Ansicht nach lässt sich die Situation letztendlich nur entschärfen, wenn genügend akzeptabler Wohnraum vorhanden ist, sprich, es mehr Wohnraum als Nachfrage gibt. Das ist in Städten aber illuskorisch, da es vermehrt Zuzüge gibt. Ursache dürften nachteilige Infrastrukturen im ländlichen Raum sein.“ Immerhin, ganz in Schwarz wird in Albstadt nicht gemalt: Mittelfristig geht das städtische Wohnungsunternehmen davon aus, rund 340 Wohnungen zu einer „finanzierbaren Kaltmiete“ anbieten zu können.

Die Umfrage des Landratsamtes unter 25 Städten und Gemeinden hat ergeben, dass die meisten Kommunen den Landkreis bei der Wohnungsthematik nur in einer koordinierenden Rolle sehen. Als schwierigen Punkt, den man aufgreifen will, nennt der Landkreis den Umstand, dass der Großteil der Leerstände in privatem Eigentum ist  „so dass es den Städten und Gemeinden sehr schwer fällt, hier etwas zu bewegen.“ Neben dem Wohnraumförderungsprogamm des Landes nennt der Landkreis insbesondere die Mietspiegel als Möglichkeit der Abhilfe. Denn: „Qualifizierte Mietspiegel sind ein wichtiges Instrument, für die Transparenz des Wohnungsmarktes, da die im Mietspiegel bezeichneten Entgelte die ortsübliche Vergleichsmiete widerspiegeln sollen.“ Wie berichtet, erstellen derzeit Hechingen, Haigerloch, Jungingen und Rangendingen gemeinsam einen solchen Mietspeigel.

Involviert in die Bemühungen des Landkreises sind selbstredend die Wohn- und Kreisbaugenossenschaften. Die haben bestätigt, dass sie ihren Wohnungsbestand „entsprechend der Nachfrage am Markt“ laufend erhöhen. Allerdings nennen sie erst einen Mietpreis von zehn bis elf Euro pro Quadratmeter als kostendeckend.