Tübingen Wohnsitzloser als Brandstifter unter Verdacht

SWP 06.04.2013
Die Tübinger Polizei hat die Brandstiftung in der denkmalgeschützten Egeria-Villa offenbar aufgeklärt. Ein Wohnsitzloser sitzt in Untersuchungshaft.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Tübingen hat das Amtsgericht Tübingen Haftbefehl gegen einen 53-jährigen Wohnsitzlosen erlassen und die Untersuchungshaft angeordnet. Ihm werden unter anderem mehrere Diebstähle und eine fahrlässige Brandstiftung zur Last gelegt, bei der ein Sachschaden von gut 5000 Euro entstand.

Am 30. März dieses Jahres war es kurz nach 20.30 Uhr im zweiten Obergeschoss der leerstehenden und denkmalgeschützten Egeria-Villa zu einem Brand gekommen. Bei den Löscharbeiten wurde im Gebäude ein 53-jähriger Wohnsitzloser angetroffen, der offenkundig eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte. Er musste in eine Klinik eingeliefert werden. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Mann zuvor in das Gebäude eingedrungen war und dort in einem Metallgrill mit mehreren Holzscheiten ein Feuer gemacht hatte. Ein Holzteil fiel auf den Dielenboden und entfachte den Gebäudebrand.

Die Kriminalpolizei hatte den Mann bereits im Visier, weil er für einen Einbruch in ein Wohnhaus in Lustnau als Täter in Frage kam. In der Nacht zum 29. März war dort ein Unbekannter in ein Wohnhaus eingestiegen. Der Einbrecher hatte zuvor mit einem Stein die verglaste Terrassentür eingeworfen. Anschließend durchsuchte er verschiedene Räume, verköstigte sich in der Küche und nächtigte schließlich im Haus. Bei der Spurensicherung durch die Kriminalpolizei fanden sich alsbald Hinweise, die auf den 53-Jährigen hindeuteten.

Mittlerweile werden dem Mann weitere Diebstähle zur Last gelegt. So soll er mindestens sieben Mal aus Geschäften in Tübingen und Reutlingen Kameras, alkoholische Getränke und beim Tübinger Bahnhof ein Fahrrad gestohlen haben.