Die Ingenieure Roland Huber, Frank Schelling und Architekt Jürgen Sprenger sehen diese Aufgabe als gelöst an - nicht nur theoretisch in Konstruktionsplänen auf dem Papier, nein, das Ergebnis steht in der Boller Eichgasse 39 und kann als Musterhaus besichtigt werden.

Mit seiner Holz- und Glasverkleidung, mit seinen Solarzellen auf dem Dach und den Röhrenkollektoren an der Vorderfront beeindruckt das barrierefreie Einfamilienhaus schon äußerlich. Es mutet futuristisch an, dürfte sich aber in vorhandene Bebauungen gut einfügen. Zumal das Holz zum Stil der Alb und des Vorlandes passt.

Innen ist der Betrachter verblüfft. Die Grundfläche über der Fußbodenheizung misst "nur" 104 Quadratmeter und doch wirkt das Haus licht und weit, ja großzügig. Eine Wohnküche, Schlafzimmer, Bad, Galerie und ein weiteres Zimmer sind vorhanden.

Die Zahl der Zimmer im Obergeschoss ließe sich erweitern. Die Galerie wäre dann weiterhin vorhanden - aber eben kleiner. Genug Platz für eine Familie.

Das war - neben der technischen Herausforderung - eine der wesentlichen Überlegungen der Konstrukteure: Der Trend geht weg von großen Häusern; Die Familien sind kleiner geworden oder verkleinern sich, wenn die Kinder beruflich bedingt schon mit 19 oder 20 Jahren auswärts arbeiten oder studieren.

Zurück bleibt Raum, der nicht mehr gebraucht wird. Und das bei ständig steigenden Energiekosten!

Das Sonnenhaus der Huber & Schelling GbR fabriziert 70 Prozent des eigenen Wärmebedarfs mit Hilfe seiner Röhrenkollektoren und Erdwärmetauschern selbst. Was noch fehlt, bringt der Pellet-Ofen. Geschätzter Heizkostenbedarf im Jahr: 500 Kilo Pellets für 150 bis 200 Euro.

A propos Kosten: Wer sich das Musterhaus in der Eichgasse 29 nachbauen lassen möchte, muss mit einem Preis von rund 300 000 Euro rechnen, wobei die Außenanlage (Pool oder Begrünung), die Photovoltaik auf dem Dach sowie die Inneneinrichtung nicht mit gerechnet sind.

Abweichungen vom Muster (größer oder mit Keller) wären prinzipiell möglich, allerdings sind dann neue Planungen notwendig. Die Bauzeit veranschlagt die GbR mit neun Monaten.

In Punkto Kosten merken die Konstrukteure an, dass die eingebaute Wärmetechnik zwar clever aber alles andere als kompliziert ist, schlicht im Sinne von robust. Das bedeutet, es fallen auf Jahre hinaus keine Reparaturkosten an. "Das sollte man bei der Überlegung einer möglichen Investition mit bedenken."

Über das, was das Haus bietet und über die technischen Einzelheiten (Ständerbauweise, Dämmung, 5160-Liter-Warmwasser-Pufferspeicher, die Zellen auf dem Dach, die zusätzliche Energie produzieren), über die Kosten oder die Voraussetzungen für etwaige Standorte, geben Huber, Schelling und Sprenger gerne Auskunft.

Den Gedanken an einen Tag der offenen Tür haben sie indessen verworfen. Bei einem zu großen Andrang, bleibe zu wenig Zeit, sich einzelnen Fragen zu widmen und zu diskutieren.

Auch kommt die Raumaufteilung nicht zur Geltung, wenn sich allzu viele Personen durch die Gänge und Zimmer schieben.

Deshalb bietet die GbR Führungen in kleinen, zusammen gefassten, Gruppen an. Man kann das Haus aber auch als Ferienhaus mieten und so das Wohnen der Zukunft über mehrere Tage hinweg selbst erleben.

Info Wer sich für die Wohnweise der Zukunft und das Musterhaus der Sonnenhaus Huber & Schelling GbR interessiert, kann sich telefonisch unter der Telefonnummer 07471/91384 anmelden. Oder per Mail: roland-huber@solar-energiekonzepte.de