Stetten Musikverein sucht dringend Dirigenten

Die Vorsitzenden geben die Suche nach einem neuen Dirigenten nicht auf – von links: Hansjörg Bart, Manfred Gsell und Christoph Klotz.
Die Vorsitzenden geben die Suche nach einem neuen Dirigenten nicht auf – von links: Hansjörg Bart, Manfred Gsell und Christoph Klotz. © Foto: Sabine Hegele
Stetten / Sabine Hegele 26.07.2018

Schon seit dem Jahreswechsel steht der Musikverein Stetten ohne Dirigenten da – der musikalische Leiter Klaus Endreß stand der Kapelle letztmals beim Weihnachtskonzert vor, danach erklärte er nach sechseinhalb Jahren überraschend sein Ausscheiden.

Seither ist der Musikverein auf der Suche nach einem neuen Dirigenten, wobei er in der trotz allem glücklichen Situation ist, mit Robert Hinderer einen Musiker in seinen Reihen zu haben, der zugleich eine Dirigentenausbildung vorweisen kann – und schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich den Musikverein Stetten-Hörschwag leitet. Keine Frage also, dass der Bassist seinen Heimatverein nicht hängen ließ – und seit Januar auch in den Stetten den Taktstock schwingt.

Das tut er außerordentlich gut, bescheinigen ihm die drei Vereinsvorsitzenden Hansjörg Bart, Manfred Gsell und Christoph Klotz. Weder habe es einen Leistungseinbruch der Kapelle gegeben noch würde ihm von seinen Musikerkameraden mit mangelndem Respekt begegnet. Ganz im Gegenteil, sagt Bart: „Robert hat unser musikalisches Niveau konsolidiert“, und Gsell ergänzt: „Robert war mutig genug, wieder ältere Stücke aufzulegen, an die wir uns zuletzt nicht mehr herangewagt hatten.“

Bei so viel Lob – warum sucht der Musikverein Stetten dann überhaupt einen neuen Dirigenten? „Roberts Engagement kann einfach keine Dauerlösung sein“, erklärt Barth, „denn so lange er uns dirigiert, fehlt uns ein Bass. Beispielsweise beim bevorstehenden Konzert im Klostergarten müssen wir uns im tiefen Blech mit Aushilfen behelfen.“

Und wurde der Musikverein denn auch schon aktiv? Und wie! „Wir haben unsere Suche nach einem neuen Dirigenten wirklich weit gestreut“, sagen die drei Vorsitzenden. Allem voran in Musikerkreisen, über den Musikverlag Scherbacher, dazu mit dem Aushängen entsprechender Flyer an den Musikhochschulen in Stuttgart und Trossingen – und natürlich in den sozialen Medien. Bis zum heutigen Tag ohne Erfolg: Es kam keine einzige Rückmeldung.

Woran das liegt? „Der Markt scheint leergefegt zu sein“, glaubt Hansjörg Bart, der andere Musikvereine kennt, die ebenfalls einen musikalischen Leiter suchen. An einer unter Umständen zu geringen Entlohnung kann’s nicht liegen: „Ein üppiges Gehalt“, erklärt Christoph Klotz, „können wir zwar wirklich nicht bezahlen, aber ein Gespräch über solche Details mussten wir mangels interessiertem Dirigenten auch noch gar nicht führen.“

Was bleibt zu tun? Der Musikverein Stetten hat jetzt in der Zeitschrift „Forte“ des Blasmusik-Landesverbands eine Anzeige geschaltet, und wird, wenn sich auch auf diese niemand meldet, die Dirigentenportale im Internet durchforsten.

Was der neue Dirigent beziehungsweise die neue Dirigentin  mitbringen sollte, um beim Musikverein Stetten einen guten Stand zu haben? Er/sie sollte mit der Kapelle ein Wir-Gefühl entwickeln, ein guter Pädagoge sein, der es versteht, die Musikerinnen und Musiker „mitzunehmen“, sowie eine musikalische Autorität und zugleich ein guter Kamerad sein.

Blasmusik im Klostergarten

Der Musikverein Stetten lädt an diesem Samstag, 28. Juli, zur Blasmusik im Klostergarten. Beginn ist um 19 Uhr. Ein Höhepunkt des Abends: Der Musikverein lädt alle Gäste zum Mitspielen ein. Wer das tun möchte, sollte allerdings sein Instrument mitbringen. Noten werden gestellt. Ziel ist es, mit 100 (oder mehr) Musikerinnen und Musikern aufzuspielen. Die Literaturauswahl dafür ist schon getroffen: Intoniert werden die Stücke Auf der Vogelwiese, Von Freund zu Freund, Dem Land Tirol die Treue – und natürlich das Hohenzollernlied.

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