Stetten Wo die Stettener der Schuh drückt

Aufmerksam lauschten die Stettener den Worten ihres Ortsvorstehers Robert Buckenmaier. Foto: Franz Buckenmaier
Aufmerksam lauschten die Stettener den Worten ihres Ortsvorstehers Robert Buckenmaier. Foto: Franz Buckenmaier
FRANZ BUCKENMAIER 26.01.2012
Schriftlich durften die Gäste des zweiten Stettener Bürgertreffs Lob und Tadel, Anregungen und Wünsche auf Kärtchen formulieren. All den Anmerkungen will sich der Ortschaftsrat dieses Jahr annehmen.

Voll besetzt war der Johannessaal beim zweiten Stettener Bürgertreff. Die Begrüßung der zahlreich erschienenen Gäste oblag Ortsvorsteher Robert Buckenmaier. Ihre Bewirtung hatten Mitglieder des Pfarrgemeinderats übernommen, für den Imbiss hatten die Ortschaftsrätinnen und Partnerinnen der Bürgervertreter gesorgt.

Zunächst gab Buckenmaier seinen Jahresbericht. Stetten hatte am 31. Dezember 40 Einwohner mehr als ein Jahr zuvor, nämlich 1888. Geburten wurden 15 verzeichnet, Todesfälle 17. In sieben Ortschaftsratssitzungen wurden 65 Tagesordnungspunkte behandelt, zusätzlich gab es eine Sondersitzung zum Hochwasserschutz. Die Waldkommission war bei der Aufnahme des Bürgerholzes und bei der Verlosung tätig. Dem im Mai ausgeschiedenen langjährigen Ortschaftsrat Edgar Bausinger sprach der Ortsvorsteher noch einmal seinen Dank aus - für ihn war Sigrun Haid nachgerückt. Im Juli fand eine Ortsbegehung statt, um sich ein Bild über den Straßenzustand im innerörtlichen Bereich und der Gemeindeverbindungsstraße nach Boll zu machen. Im März trafen sich die Ortschaftsräte aus Stetten und Boll sowie die Jagdpächter und Forstrevierleiter zu einer Besprechung über waldbauliche Zielsetzungen in Boll. Im Juli stand erstmals der Bebauungsplan Bima-Areal in Stetten auf der Tagesordnung - die Planung wurde abgelehnt. Einer veränderten Planung stimmte der Rat dann im Oktober zu.

In Sachen Hochwasserschutz mit geplantem Rückhaltebecken herrscht derzeit Stillstand. Gespräche mit betroffenen Grundstückseigentümern haben stattgefunden. "Der aktuelle Zustand ist für die Einwohner von Stetten sowie die Reichenbach- und Starzelanwohner höchst unbefriedigend und bedarf dringendster Abhilfe", sagte Buckenmaier. Ein herber Verlust für den Ortsteil Stetten war schließlich die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehrabteilung Stetten.

An Baumaßnahmen wurden vergangenes Jahr ausgeführt: Abschluss der Sanierung des Rad- und Gehwegs an der Zollerstraße, Erneuerung des Straßenbelags im Haldenbergweg. Für die Sanierung von städtischen Gebäuden wurden ebenfalls erhebliche Mittel aufgewendet, so am Schul- und Rathaus sowie an der Turn- und Festhalle; im Kindergarten wurde ein dritter Gruppenraum für die Kleinkinderbetreuung geschaffen, darüber hinaus wurde der ehemalige Johannessaal für die Kernzeitbetreuung renoviert.

Die Grundschule zählt aktuell 133 Schüler. Alle vier Klassen werden zweizügig geführt. 72 Schüler kommen aus Stetten, 56 aus Boll und fünf aus Hechingen. Im Kindergarten hat Andrea Sonnleitner die Leitung übernommen. Seit Oktober wird eine Krippengruppe mit acht Kindern geführt. In den Gruppen eins und zwei werden insgesamt 54 Kinder geführt.

Das Anliegen des Fördervereins zur Förderung des Heimatmuseums und der Kulturdenkmale ist es, die Stettener Geschichte lebendig zu halten und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Beim Erhalt von historischen Gebäuden und Kleindenkmalen waren die Vereinsmitglieder für das ehemalige Backhaus des Klosters am Reichenbach, die Pieta aus dem Bildstock Ecke Klosterstraße/Hechingerstraße, für ein Feldkreuz beim Sportplatz und für den Grabstein der letzten Klosterfrau engagiert.

Ohne die Vereine wäre das gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Leben in Stetten um vieles Ärmer, konstatierte Robert Buckenmaier - und dankte allen für ihren ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle Stettens.

In seinem Ausblick verwies der Ortsvorsteher auf Verbesserungen für die Turn- und Festhalle, auf die Fortführung des Hochwasserschutzes und auf den Unterhalt der Straßen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Es folgte eine Dia-Schau von Hannes Reis mit Aufnahmen aus dem Jahreslauf in Stetten und der Umgebung. Am Ende des Abends stand ein geselliger Umtrunk.