Die Stadt Haigerloch hat allen Grund zum Jubeln. 1,74 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ kommt dem geplanten Sanierungsprojekt, der  Dreifeldsport- und Mehrzweckhalle „Witthauhalle“, zugute. Ob die Fördergelder fließen werden, war lange ungewiss.
Aber nun kam der positive Bescheid: „Ich freue mich natürlich sehr über die Zusage der Fördermittel! Wir haben vollen Einsatz für dieses Projekt gezeigt, uns ins Zeug gelegt und das hat sich letztlich gelohnt! Das ist ein großartiger gemeinsamer Erfolg“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Thomas Bareiß.

Oft genutzte Halle

Diese Bundesförderung sei enorm wichtig, weiß Bareiß, denn die Sporthalle in Haigerloch „wird ja nicht nur für den Schulsport genutzt, sondern auch für den Vereins- und Breitensport sowie für kulturelle Veranstaltungen“ – und zwar nicht nur für Haigerloch, sondern auch für die umliegenden Gemeinden und sogar für überregionale bekannte Veranstaltungen, so der Politiker.
Die mehr als 40 Jahre alte Witthauhalle muss wegen des schlechten Bauzustandes dringend erneuert werden. Es ist geplant, dass die Sanierung dem Klimaschutz in besonderer Weise Rechnung tragen wird. Eine Generalsanierung bringt die Witthauhalle wieder auf einen modernen Stand und „kann dadurch den Bürgern in den kommenden Jahrzehnten als mehrfach nutzbare Einrichtung zur Verfügung stehen“, denkt Bareiß.

Großer Dank an Bareiß

„Ich möchte mich zunächst bei unserem Bundestagsabgeordneten und Staatssekretär Thomas Bareiß für seine Unterstützung bedanken. Er hatte sich vergangenen Herbst die Zeit genommen und mit den Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltung die Halle zu besichtigen. So wusste er auch genau, für was er sich einsetzt.“, betont Haigerlochs Bürgermeister Heinrich Götz gegenüber der HZ. „Wir sind glücklich, dass es im dritten Anlauf geklappt hat“, fügt er hinzu.

Es gibt viel zu erneuern

Die Witthauhalle brauche leider eine Rundumerneuerung, auch wenn man das beim Betreten auf den ersten Blick nicht sieht, so Götz. „Es sind sowohl die sanitären Anlagen, die Versorgungsleitungen von Heizung und Wasser zu erneuern, als auch die Elektrik“, teilt der Bürgermeister mit. Die Lüftungsanlage geht nicht mehr. „Das merkt man bei voller Auslastung und besonders in der warmen Jahreszeit ganz extrem und nachteilig“, so Heinrich Götz.
Die Fenster der Halle sind außerdem zugeschraubt, um nicht herauszufallen, und entsprechen auch nicht mehr den heutigen Anforderungen an den Klimaschutz Ferner erfüllt der Sportboden nicht mehr seine Schutzfunktion.

Immer an den Zuschuss geglaubt

„Ich bin froh, dass die Mehrheit des Gemeinderates auf die Verwaltung und mich gehört hat und nicht dem Antrag von Herrn Wiget gefolgt ist und die Sanierung der Witthauhalle aus dem Haushaltsplan gestrichen hat. Wir würden heute mit kurzen Hosen dastehen“, so Heinrich Götz. Und: „Ich habe immer daran geglaubt, dass wir einen Zuschuss erhalten.“
Die Witthauhalle ist sowohl für den Schulsport, als auch für den Freizeitsport fast 24 Stunden am Tag in Gebrauch. „Schon allein deswegen ist sie unverzichtbar“, meint Götz. Und: „Auch für größere Veranstaltungen kann man sie nicht hinwegdenken, wobei ihr hierfür etwas der Charme fehlt, obwohl sie eine Mehrzweckhalle ist.“ Aber vielleicht lasse sich daran auch im Zuge der Sanierung etwas verbessern.

Rosemann engagiert sich ebenfalls

„Für unsere Kommunen ist der Erhalt von Sportstätten oft sehr schwierig. Nicht nur, aber vor allem auch in Zeiten von Corona“, weiß auch der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann. Denn der Erhalt von Sportstätten sei „sehr teuer“.
Deshalb habe er sich zusammen mit dem zuständigen Berichterstatter der SPD im Haushaltsausschuss, Martin Gerster, für die Sanierung der Witthauhalle eingesetzt. Außerdem seien Sportstätten wie die Witthauhalle die Grundlage für den Breitensport und auch für die Freizeitgestaltung. Sie seien daher von öffentlichem Interesse. „Vor allem bieten sie gerade Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu Bewegung und sportlicher Betätigung! Dabei ist die Unterstützung des Bundes sehr wichtig“, findet Rosemann.

Konjunkturpaket macht’s möglich

Mit dem Konjunkturpaket von Olaf Scholz zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und dem Haushalt 2021 hat die Große Koalition insgesamt 800 Millionen Euro für das erfolgreiche Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zur Verfügung gestellt.  Damit unterstützt der Bund seit 2016 Städte und Gemeinden bei der Bewältigung des hohen Sanierungsbedarfs bei der kommunalen Infrastruktur und bei Investitionen in diese, erläutert Rosemann.

Welche Kriterien erfüllt sein sollten


Hintergrund Mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“ fördert der Bund Projekte der sozialen Infrastruktur nach bestimmten Qualitätsmerkmalen. Gefördert werden Projekte mit besonderer, vor allem überregionaler Bedeutung, und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Integration in der Kommune sowie für die Stadtentwicklungspolitik. Dazu zählen beispielsweise die Einbindung in das städtische Umfeld oder die Zusammenarbeit mit Vereinen und Verbänden. Das Programm hatte in vergangenen Jahren eine hohe Nachfrage erfahren und war auch dieses Jahr erneut überzeichnet.

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Millionen betragen die Gesamtkosten für die Sanierung Haigerlocher Witthauhalle. Mit dem Investitionspaket Sportstätten stemmt der Bund 39 Prozent der Kosten für das Projekt.