Hechingen/Stuttgart Wirtschaftsmedaille für Lars Sunnanväder

Geehrt: Lars Sunnanväder (2. v. r.) mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Landrat Günther-Martin Pauli (links) und Bürgermeister Philipp Hahn.
Geehrt: Lars Sunnanväder (2. v. r.) mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Landrat Günther-Martin Pauli (links) und Bürgermeister Philipp Hahn. © Foto: privat
Hechingen / Hardy Kromer 04.12.2018
Der Hechinger Medizintechnik-Pionier Lars Sunnanväder erhielt die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg.

Für herausragende unternehmerische Leistungen und zum Dank für besondere Verdienste um die baden-württembergische Wirtschaft hat Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut am Dienstagabend bei einer Festveranstaltung im Neuen Schloss in Stuttgart die Wirtschaftsmedaille des Landes an Lars Sunnanväder aus Hechingen verliehen.

„Mit Ihrem unternehmerischen Gespür und Ihrem ausgeprägten Innovationsgeist sind Sie ein Vorbild für unser baden-württembergisches Unternehmertum“, stellte die Balinger CDU-Politikerin in ihrer Laudatio fest. „Sage und schreibe elf erfolgreiche Unternehmensgründungen haben Sie initiiert und dabei den Boden für rund 1000 Arbeitsplätze mit hohem Zukunftspotenzial bereitet. Von den innovativen Produkten der von Ihnen gegründeten Unternehmen profitieren Patienten auf der ganzen Welt“, sagte die Wirtschaftsministerin an den Geehrten gewandt. Bei der Verleihung in Stuttgart mit von der Partie: Landrat Günther-Martin Pauli und Bürgermeister Philipp Hahn.

Der gebürtige Schwede Lars Sunnanväder kam im Jahr 1974 als Mitarbeiter des schwedischen Medizintechnik-Unternehmens Gambro (das heute zum amerikanischen Baxter-Konzern gehört) nach Hechingen. Der Hersteller von Dialysatoren, die für nierenkranke Menschen die Blutwäsche übernehmen, hatte 1973 in der Zollernstadt seine erste Auslandsproduktionsstätte gegründet. Sunnanväder, gelernter Diplom-Kaufmann mit Ingenieur-Basiswissen, wurde Produktchef. „Die Dialysatoren, die wir damals im Team gebastelt haben, unterscheiden sich kaum von den Produkten heute. Nur werden heute 30 Millionen davon produziert“, sagte Sunnanväder im Oktober 2015, als er den Ehrenschild der Stadt Hechingen verliehen bekam.

Anfang 1980 stieg Sunnanväder bei der nun börsennotierten Gesellschaft Gambro aus, um eigene Ideen umzusetzen. Mit dem Verkaufserlös seiner Gambro-Aktien gründete er 1982 die Firma Jostra, benannt nach der Hechinger Johann-Strauß-Straße, seiner ersten Wohnadresse. Die Firma – heute als Maquet Teil des Getinge-Konzerns – produzierte bald ein komplettes Programm für die Herzchirurgie.

Darauf folgten bis 2009 zehn weitere Unternehmensgründungen auf dem Sektor der Medizintechnik, zunächst Joka (das er später an Gambro verkaufte) und Jomed (das sein Nachfolger durch unsaubere Geschäfte in den Sand setzte). In die Erfolgsspur zurück kehrte Sunnanväder mit der Gründung der Firmen Jotec, Joline und Translumina. Später folgten – ebenfalls in Hechingen – Cardiobridge, Bentley, LS Medicap und der Herzklappenprothesen-Entwickler NVT sowie in seiner Heimatstadt Lund in Schweden die Firma Jolife. Mehrere Firmen, bei denen Sunnanväder entweder selbst die Geschäfte führt oder im Aufsichts- oder Verwaltungsrat am Steuer sitzt, zählen zu den innovativsten Mittelständlern der Branche und bieten in Hechingen nach wie vor Hunderten von Menschen teilweise hochqualifizierte Arbeitsplätze.

Gemeinsam mit anderen Unternehmensvertretern rief Sunnanväder im Jahr 2002 die Clusterinitiative „Medical Valley Hechingen“ ins Leben, mit der sich Hechingen weit über die Region Neckar-Alb hinaus einen Namen gemacht hat. In seiner Wahlheimat unterm Zoller hat Sunnanväder sich zudem über die Jahre als Förderer zahlreicher gesellschaftlicher Projekte und Institutionen hervorgetan. So unterstützt er beispielsweise die Hechinger Bürgerstiftung immer wieder mit namhaften Speden. Zuletzt machte es Sunnanväder möglich, dass in der neuen Hechinger Schulmensa kein Kind hungrig vom Tisch gehen muss. Auch für die Pflege des Fürstengartens will der engagierte Unternehmer Geld locker machen. Nur eines ist Sunnanväder in Hechingen nicht geglückt: Der Kauf der Villa Eugenia wurde ihm einst verwehrt.

Auszeichnung für herausragende Unternehmer

Die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg erhalten seit 1987 Persönlichkeiten und Unternehmen, die sich in herausragender Weise um die Wirtschaft des Landes verdient gemacht haben. Auch besondere Leistungen, die in Organisationen der Wirtschaft, Gewerkschaften, Arbeitnehmervertretungen, Arbeitgeberorganisationen und im Bildungswesen erbracht wurden und die der Wirtschaft und Gesellschaft des Landes dienen, können auf diese Weise ausgezeichnet werden.

Eine zweite Unternehmerin aus der Region Neckar-Alb, die am Mittwoch geehrt wurde, ist Dr. Daniela Eberspächer-Roth, die Geschäftsführerin der Hirrlinger Profilmetall GmbH.

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