Reh und Wildschwein eignen sich vor allem als Braten, aber das Wildbret aus heimischen Wäldern kann mehr. Es ist ein regionales und nachhaltiges Lebensmittel und schmeckt auch auf dem Grill hervorragend. Den Beweis dafür gab es jetzt bei Jäger Markus Schuler aus Schlatt bei einem äußerst informativen Wild-Grillseminar.

Um die Gäste bei einem Grillfest besonders zu verwöhnen, werden sehr oft exotische Delikatessen aufgetischt. Dabei liegt das Gute doch so nah. Denn Wildbret beziehungsweise Wildfleisch aus den heimischen Wäldern eignet sich perfekt für die Zubereitung auf dem Grill. Weil Fleisch von Rehen und Wildschweinen aber noch nicht so oft auf dem Grill landen, hat der Schlatter Waidmann Markus Schuler ein Wild-Grillseminar angeboten.

Zu Gast: der „wilde Metzger“

Zusammen mit Conrad Baierl, dem „wilden Metzger“, wie er bundesweit unter Jägern bekannt ist, haben zahlreiche Jäger und Nichtjäger ein Vier-Gänge-Menü gegrillt. Und das Urteil darüber war einhellig: „Wild auf dem Grill ist ein wahrer Gaumenschmaus!“

Im Rahmen des Seminars haben die Teilnehmer im ersten Schritt das Grobzerwirken eines Rehs besprochen und geübt. „Grobzerwirken“ ist der Fachausdruck für das Zerlegen eines Tieres, nachdem es genügend abgehangen ist. Danach ging es an das Thema „Feinarbeit“. Metzger Baierl betonte immer wieder, dass es Menschen mit Vorbehalten gegenüber Wildfleisch gebe. „Deshalb ist es besonders wichtig, beim Zerteilen der Keule die Fleischstücke besonders appetitlich herauszulösen“, unterstrich der Fachmann.

Am Ende lagen neun aus der Keule geschnittene Fleischstücke für den Grill in Filetqualität bereit. „Ich bin seit Jahren Jäger und zerwirke meine Rehe immer selbst, aber dass ich aus einer Keule das herausholen kann, hätte ich nie gedacht“, erzählt einer der Teilnehmer begeistert.

Rehrücken vom Grill mit Pilzpfanne

Außerdem kam auch ein selbstausgelöster Rücken auf den Grill. Dies war dann der erste Gang, den die fleißigen Seminarteilnehmer genießen durften. Weiter ging es mit Rehrücken vom Grill mit Pilzpfanne und Cumberland-Soße, danach gab es leckeres Fingerfood vom Reh in Form von herzhaften Rehpralinen.

Ein Schmaus für Auge und Gaumen waren schließlich auch die Rehkeulen-Spieße vom Grill mit Gurken-Melonen-Salat. Am Ende des Seminars musste dann schon so mancher Gürtel weiter geschnallt werden, aber die frisch zubereiteten Wild-Bratwürste wollte sich niemand entgehen lassen. Metzger Baierl erklärte weiter: „Uns liegt viel daran, von jedem Tier so viel wie möglich zu verwenden, deshalb lernen die Seminarteilnehmer, Abschnitte zu einer Bratwurst zu verarbeiten.“

Auch für diese Bratwürste wurden nur gute Stücke verwendet, so beispielsweise die Abschnitte des Rückens oder der Keule. Wer auch hier auf gute Fleischqualität setzt, bekommt ein Ergebnis, das jedem Gaumen schmeckt, war die Kernaussage des Experten. Und genau darum geht es Markus Schuler, der mit seiner Firma „Wildbretschütz“ weitum gut bekannt ist, bei solchen Kursangeboten für Jäger und Nichtjäger.

Mehr „bio“ geht eigentlich nicht

„Wer gerne Fleisch ist, kommt an Wildbret meiner Meinung nach nicht vorbei, und genau hier braucht man sich keine Gedanken wegen schlechter Tierhaltung oder Ähnlichem machen“, ließ Markus Schuler seine zahlreichen Gäste wissen. Regionaler, nachhaltiger und mehr „bio“ gehe eigentlich gar nicht, auch wenn kein Bio-Zertifikat aufgedruckt ist, lautete zum Seminarschluss die einhellige Meinung.

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