Jungingen Wie laut ist es an der B32 tatsächlich?

Je dunkler der Farbton, desto mehr Lärm wird dort berechnet.
Je dunkler der Farbton, desto mehr Lärm wird dort berechnet. © Foto: Rapp Trans AG
Jungingen / Stephanie Apelt 30.06.2018
Dass Jungingen unter reichlich Verkehrsbelastung leidet, ist bekannt. Doch jetzt will die Gemeinde etwas dagegen tun.

Lärm kann krank machen, und Straßenlärm trägt einen nicht unerheblichen Teil zum alltäglichen Geräuschpegel bei. Auf Geheiß der EU müssen alle Kommunen, die unter hohem Verkehrsaufkommen leiden, in ihrem Gebiet einen sogenannten Lärmaktionsplan aufstellen lassen. Für Jungingen hat dies das Freiburger Büro der Rapp Trans AG übernommen. Rapp Trans-Vertreter Wolfgang Wahl stellte in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag die Zahlen vor – und skizzierte mögliche Lösungsansätze.

Mitten durch Jungingen hindurch führt die Bundesstraße 32. Mit gut 10 700 Fahrzeugen pro Tag und Nacht (also innerhalb von 24 Stunden) ist sie die am stärksten belastete Straße. Der Schwerverkehrsanteil liegt bei 6,2 Prozent. Klingt wenig, aber es gilt: „Ein Lkw, der mit 50 Stundenkilometern durch den Ort fährt, ist so laut wie 20 Pkw zusammen.“

Klar, Schall ist subjektiv, wie Wahl erklärte. „Was für einen Motorradfahrer Musik in den Ohren ist, ist für die Anwohner lästig.“ Daher sei es hilfreich, Lärmbelastung genau zu berechnen. Und wie sieht diese Berechnung nun für die Gebäude an der Bundesstraße aus? Im gesamten Streckenlauf leiden demnach ganztags (0-24 Uhr) 14 Einwohner unter einem Lärmpegel, der über 70 Dezibel liegt, nachts (22-6 Uhr) sind es 29, für die es lauter als 60 Dezibel ist. Straßenlärm der 70 Dezibel tagsüber, 60 Dezibel nachts überschreitet, gilt als gesundheitsgefährdend.

2017 erhielt die Junginger Ortsdurchfahrt (von der Weilbachstraße bis zur Kornbühlstraße) bereits einen lärmmindernden Belag. Was ließen sich sonst noch gegen den Lärm tun? „Schallschutzfenster können ja nur das letzte Mittel sein“, so Wahl.

Sein Vorschlag: Zu versuchen, ob statt mit erlaubten 50 Stundenkilometern nicht zumindest teilweise mit Tempo 30 durch Jungingen gefahren werden könnte, eventuell nur nachts. Hinzu kämen Geschwindigkeitsanzeigen und -kontrollen. Statt Tempo 100 nur Tempo 70 auf der Strecke zwischen Jungingen und Killer hält Wahl dagegen für nicht durchsetzbar.

„Wir sind es den Einwohnern schuldig, in eine qualifizierte Planung einzusteigen“, darin sind sich Bürgermeister Harry Frisch und die Gemeinderäte einig. Es gehe dabei nicht nur um weniger Lärm, sondern auch um mehr Sicherheit.

Info Schienenlärm ist übrigens nicht Teil des Lärmaktionsplans. Grund: Die HzL-Bahnstrecke Hechingen-Gammertingen liegt unter dem Schwellenwert von 30 000 Zugverbindungen pro Jahr.

Lauter als 70/60 Dezibel ist gefährlich

Straßenlärm, der 70 Dezibel (dB) tagsüber/ 60 nachts überschreitet, gilt als gesundheitsgefährdend.

Die maximalen Lärmpegel entlang der B 32 Hauptstraße  betragen ganztags 71 dB und nachts 62 dB. Für die B 32 Killertalstraße brachte die Lärmberechnung maximale Pegel in Höhe von ganztags 73 dB und nachts 64 dB hervor (Quelle: Trans Rapp AG).

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel