Boll Wie bindet man Kräutersträuße?

Gisela Merz und Franz Bausinger wussten viel zu erzählen.
Gisela Merz und Franz Bausinger wussten viel zu erzählen.
Boll / SWP 04.08.2012
Mit der Veranstaltung "Kräutersträuße - Brauchtum und Herstellung" hatte Brigitte Steger von den Hechinger Landfrauen einen Volltreffer gelandet.

Bis auf den letzten Platz war der Saal des Bollemer Landgasthauses "Kaiser" mit interessierten Zuhörern besetzt. Den informativen Nachmittag gestalteten die Referenten Franz Bausinger und Gisela Merz im Wechsel. Über die Heiligenverehrung und kirchlichen Bräuche aus der Sicht eines katholischen Dorfes wusste Franz Bausinger viel zu berichten. In früheren Zeiten gehörten Bittprozessionen im Frühjahr und Dankbräuche im Herbst zum festen Ritual. Mit dem Namen Kirbe oder Kirchweih, so Bausinger, können heutzutage nicht mehr allzu viele Menschen etwas anfangen. Es hat sich zum Erntedankfest entwickelt. Auch der Herrgottswinkel ist nicht mehr "in". Er wurde dem Kirchenjahr entsprechend mit Zweigen und Palmen geschmückt. Nicht verloren gegangen sind die Segnungsbräuche an Fronleichnam. Im Jahreslauf folgt als nächstes der Johannistag (Sommersonnenwende). An Maria Himmelfahrt bilden gesegnete Sträuße, Sträucher, Bäume und Äste den Grundstock für die kommenden Feste.

Wie ein Weihsang (Weihbuschel) mit originalen Blumen und Kräutern aus dem bayerischen Tegernseer Tal für diesen Tag aussieht und gebunden wird, zeigte Gisela Merz. Aus Holunder, Eisenkraut, Johanniskraut, Schafgarbe, Kamille, Wermut und Königskerzen stellte sie einen prächtigen Sieben-Kräuter-Strauß zusammen. Er könnte auch beliebig vergrößert werden. Allerdings muss die Anzahl der Kräuter durch sieben teilbar sein und die Höchstanzahl 77 nicht überschritten werden. Getrocknete Sträuße lassen sich als Räucherwerk zur Luftklärung verwenden.

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