Hechingen Widmann-Mauz über Özil und Gündogan

Mesut Özil (links) und Ilkay Gündogan widmeten dem türkischen Staatschef Erdogan (rechts) ein Trikot.
Mesut Özil (links) und Ilkay Gündogan widmeten dem türkischen Staatschef Erdogan (rechts) ein Trikot. © Foto: dpa
Hechingen/Berlin / Hardy Kromer 16.05.2018
Staatsministerin Widmann-Mauz kritisiert Treffen mit Erdogan, verteidigt aber Özils und Gündogans WM-Teilnahme.

In die Debatte um die Wahlkampfhilfe, die die beiden deutschen, türkischstämmigen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geleistet haben, hat sich auch die Staatsministerin für Integration, Annette Widmann-Mauz, eingeschaltet. Auf Twitter nannte die Hechinger/Tübinger CDU-Abgeordnete das medienwirksame Treffen mit Trikot-Übergabe „eine schiefe Verbeugung vor Herrn Erdogan“, die für das Gegenteil dessen stehe, was der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in seiner Kampagne für Respekt und Toleranz vertrete.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk äußerte sich Widmann-Mauz am Mittwochmorgen ausführlicher zu dem Thema. Özil und Gündogan, sagte sie, hätten „keine Glanzleistung auf dem politischen Parkett“ geliefert. Es passe nicht zu den Werten, die die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach außen hin verkörpere, wenn man sich für die Wahlkampfzwecke eines Präsidenten hingebe, „in dessen Gefängnissen deutsche Journalisten sitzen“. Sie erwarte nicht, so Widmann-Mauz weiter, „dass Fußballer Diplomaten werden“, aber „dass Nationalspieler sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sind“.

In den Chor deren, die Mesut Özil und Ilkay Gündogan am liebsten aus der Nationalmannschaft verbannt sähen, stimmt die Staatsministerin für Integration gleichwohl nicht ein. „Richtig“ sei es, dass Bundestrainer Löw die beiden für die WM nominierte hat, sagte Widmann-Mauz auf Nachfrage. Schließlich hätten sich beide inzwischen erklärt, und schließlich sollte man sich nicht von jenen instrumentalisieren lassen, die grundsätzlich etwas gegen Menschen mit Migrationshintergrund hätten. Widmann-Mauz: „Die Özils und die Gündogans gehören zu unserem Land und zu unserer Nationalmannschaft.“

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