Schlatt Westafrika zu Besuch im Killertal

Gutmenschentum bereichert und macht Freude. Katharina Furch aus Schlatt und ihre Besucherin Astou Mbene Gaye aus dem Senegal verstanden sich prächtig und bescherten sich gegenseitig ausgefüllte Tage.
Gutmenschentum bereichert und macht Freude. Katharina Furch aus Schlatt und ihre Besucherin Astou Mbene Gaye aus dem Senegal verstanden sich prächtig und bescherten sich gegenseitig ausgefüllte Tage. © Foto: Konrad Flegr
Schlatt / Konrad Flegr 24.08.2018
Ein kulturell offenes Gebäude war Katharina Furchs Haus in Schlatt schon immer. Jetzt hatte sie Besuch aus dem Senegal.

Um internationale Erfahrungen zu machen und Freundschaften über Grenzen hinweg zu schließen, muss man nicht unbedingt ins Ausland fahren. Es geht auch umgekehrt, indem man sich die weite Welt ins Haus holt – auch ins beschauliche Killertal. Gelegenheit dazu bietet Experiment e.V., die älteste deutsche Austauschorganisation.

Katharina Furch kennt und genießt beide Arten der interkulturellen Begegnung. Sie hat schon alle Kontinente bereist, kennt internationale Großstädte ebenso wie landschaftliche Kleinode und freut sich immer auf neue Entdeckungen und Erfahrungen. Bis vor wenigen Tagen war sie selbst wieder Gastgeberin und teilte ihr Haus in Schlatt mit Astou Mbene Gaye aus dem Senegal. Astou ist 42 Jahre alt, verheiratet mit einem technischen Beamten in der Stadtverwaltung von Dakar und hat fünf Kinder. Ihre Familie kann gar nicht groß genug sein, denn sie liebt Kinder über alles. Folgerichtig ergriff sie nach ihrem Studium den Beruf der Lehrerin und unterrichtet Deutsch an einem Gymnasium in Dakar. Das Gymnasium umfasst zwei Jahrgänge und schließt sich als eigene Schulart der achtjährigen allgemeinen Schule an.

Neben der Amtssprache Französisch und der Pflichtfremdsprache Englisch ist Deutsch eine von mehreren Fremdsprachen, die an senegalesischen Schulen gelehrt werden. Deutsch wird dabei eher selten gewählt, da es als sehr schwer empfunden wird. Doch die Schüler, die sich dafür entscheiden, sind auffallend motiviert und interessiert an dem Land, dessen Sprache sie lernen.

Astou war zum ersten Mal in Deutschland und fasziniert von den kulturellen Gepflogenheiten, aber auch den landschaftlichen Reizen. Lange musste sie warten, bis sie eine Einladung des Goethe-Instituts erhielt. Nun hat es geklappt. Sie hat ein Stipendium erhalten, um ihre sehr guten Sprachkenntnisse noch weiter zu verbessern und um das Land, dessen Kultur sie vermittelt, besser kennen zu lernen. Nach einem Sprachintensivkurs nahmsie nun zwei Wochen als Gast von Katharina Furch teil am ganz „normalen“ Alltag und Leben.

Der Funke zwischen Gast und Gastgeberin war sofort übergesprungen. Immer wieder mussten beide schmunzeln, wenn sie entdeckten, dass beide Kulturen ganz ähnliche Sprichworte und Volksweisheiten zu bestimmten Lebenssituationen haben. Ebenfalls schmunzeln musste Katharina Furch, als sie Astous Bewerbungsschreiben las. Darin bezeichnet sich die Afrikanerin als „Gutmensch“. Nicht wissend, wie dieses Wort aktuell in Deutschland häufig benutzt wird, führte Astou aus, dass sie alle Menschen achte und respektiere, gemäß dem Motto „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“

Ein Verein, der Experimente wagt

Bundesweit tätig Organisiert hat das Programm für Astou die bundesweit arbeitende interkulturelle Austauschorganisation „Experiment e.V.“. Sie bietet noch vielerlei andere Austauschprogramme mit einer Dauer von wenigen Wochen bis zu einem ganzen Schuljahr.

Auskunft in Bisingen Interessierte Familien können sich an den Regionalbetreuer von „Experiment“, Konrad Flegr in Bisingen wenden. Er ist seit über 25 Jahren ehrenamtlich bei dem Verein engagiert. Als Beiratssprecher des Vereins vertritt er die Interessen der fast 1000 Mitglieder gegenüber dem Vorstand und der Geschäftsstelle. Der Kontakt mit Konrad Flegr ist möglich per Telefon unter 07476/2251 oder E-Mail: konrad.flegr@t-online.de.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel