Hechingen Weshalb so viele Züge zu spät kommen

„Langsamfahrstellen“, die die DB Netz AG vorschreibt, macht die HzL für die häufigen Verspätungen ihrer Züge verantwortlich.
„Langsamfahrstellen“, die die DB Netz AG vorschreibt, macht die HzL für die häufigen Verspätungen ihrer Züge verantwortlich. © Foto: Archiv
Hechingen / Hardy Kromer 20.09.2018
Die HzL macht „vorgeschriebene Langsamfahrstellen“ für die Verspätungen verantwortlich.

Dass die Züge auf der Zollern-Alb-Bahn – sei es auf der Strecke in Richtung Tübingen oder auf der Stammstrecke der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) im Killertal – häufig zu spät kommen, ist eigentlich keine Meldung wert. Pendler, die in der Region mit dem Zug unterwegs sind, machen schließlich tagtäglich die Erfahrung, dass sie ihren Anschlusszug verpassen. Es rufen auch immer wieder frustrierte Bahnreisende in der HZ-Redaktion an und machen darauf aufmerksam, dass es an den Bahnhöfen keine zufriedenstellenden Informationen darüber gibt, ob und wann ein verspäteter Zug noch eintrifft.

Schwarzer Peter bei DB Netz

Seit Mittwoch gibt es jetzt immerhin den Versuch einer Erklärung. Sie kommt aus dem südbadischen Lahr. Die SWEG, die neue Muttergesellschaft der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL), stellt fest, dass es „derzeit zu größeren Verspätungen auf der gesamten Zollern-Alb-Bahn 1 kommt“. Der Grund dafür sei folgender: „Ende August 2018 wurden vom Betreiber der Infrastruktur auf der Zollern-Alb-Bahn 1, der DB Netz AG, mehrere Langsamfahrstellen eingerichtet. Deshalb müssen die Züge auf bestimmten Abschnitten ihre Geschwindigkeit verringern, sodass der geltende Fahrplan oftmals nicht eingehalten werden kann.“

Und weiter heißt es: „Um in Hechingen Anschlussverbindungen Richtung Gammertingen beziehungsweise Sigmaringen zu erreichen, gibt es auch Verspätungen auf der Zollern-Alb-Bahn 2“– der Strecke durchs Killertal.

Keine Besserung in Sicht

Wann ist Besserung in Sicht? Das weiß man auch bei der SWEG und bei der HzL nicht. „Leider“, so heißt es in der Pressemitteilung, „liegen vom Infrastrukturbetreiber DB Netz AG noch keine genauen Informationen vor, bis wann die Langsamfahrstellen beseitigt werden.“

„Bedingt durch die momentane Fahrlage“ empfiehlt die SWEG den Fahrgästen, „eine frühere Zugverbindung zu wählen“.

Preisnachlässe oder sonstige Entschädigungen für die misslichen Umstände werden den Kunden übrigens nicht in Aussicht gestellt.

„Das Einzige, was bei der Bahn pünktlich ist, sind die Fahrpreiserhöhungen“, stellte gestern ein empörter Bahnkunde fest, der täglich zwischen Hechingen und Tübingen pendelt und bei Beschwerdeanrufen bei der HzL kein Gehör fand.

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