Dieser Tage erhält Dr. Ute Streicher, AOK-Ernährungsberaterin, viele Anfragen. Die Kurse und Beratungstermine, die sie anbietet, sind voll belegt.

Das sei immer so in dieser Jahreszeit, erzählt sie. Kein Wunder, in zahlreichen Zeitschriften würden jetzt Diäten angepriesen und es gehe dem Sommer mit seinen kurzen Hosen, T-Shirts und Bikinis, entgegen. „Da möchte man die in den Wintermonaten gesammelten Pfunde wieder loswerden.“ Zudem sei Fastenzeit, das Thema in aller Munde:

Überall ein Thema

Stimmt, überall hört man vom Abnehmen, von Verzicht und Askese, allenthalben wird Durchhalten gepredigt. Das dürfte ja dann im Sinne der Ernährungsberaterin sein – sollte man meinen. Aber in Wirklichkeit hält die Ernährungswissenschaftlerin nicht allzu viel vom Fasten, zumal nicht vom radikalen Heilfasten. Zwar könne der knallharte Verzicht auf feste Nahrung wohltuend oder gar heilsam sein. (Wobei sie dringend rät, sich dem Heilfasten nur unter erfahrener Anleitung zu unterziehen.)

Aber wenn es darum gehe, abzunehmen, sei das Fasten keine „grundsätzliche Lösung“ – egal, ob man während zweier Wochen nur noch Saft zu sich nimmt oder ob man bis Ostern auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet: Fett, Fleisch oder Zucker. Das gelte genauso für Diäten: Die Frage sei doch, so Streicher: Wie geht es anschließend weiter?

Wer gesund und ohne überflüssige Pfunde leben will, muss nach Ansicht der Ernährungsberaterin, sein Essverhalten langfristig und dauerhaft umstellen. Viel Obst und Gemüse, gut abbaubare Kohlenhydrate, nicht so viel Fleisch, weniger Fett, aber dafür mehr Fisch auf den Teller.

Süßes und Alkohol fallen demnach aus dem Speiseplan heraus? Nein, erwidert Streicher. Im richtigen Maß ist alles erlaubt. Falsch sei, sich Dinge zu verbieten und deswegen verbittert durchs Leben zu laufen. „Wenn ich in meinen Kursen nach Geburtstagsfeiern gefragt werde, dann sind die Leute immer ganz erleichtert, wenn ich sage: essen und trinken Sie, was die anderen auch essen und trinken. Sehen Sie es als Anleihe auf die kommenden Tage, an denen sie sich dafür ein bisschen mäßigen.“

Man sei einfach so erzogen, schüttelt die AOK-Mitarbeiterin den Kopf: „Wer abnehmen will, muss hungern.“ Aber das, wiederholt sie, erzeuge nur Frust, da sei das Scheitern vorprogrammiert. Von dieser Lehre habe sich die Ernährungswissenschaft zwischenzeitlich verabschiedet.

Die richtige, gesunde und konsequente Ernährung ist also das A und O? Nein, hinzu kommt Sport. Viel Bewegung knabbert die Fettreserven direkt an, erläutert die AOK-Mitarbeiterin. Beim Hungern würde dagegen zunächst wertvolle Muskulatur abgebaut.

Begeistert ist Ute Streicher von der HZ-Fitnessaktion „Hohenzollern – da läuft was“. Die Nordic Walker und Läufer gehen ab heute zwei Mal pro Woche auf die Strecke. Sie ziehen ihr Training durch, aber sie gönnen sich zwischendurch auch etwas, die Walker etwa ein Bergfest mit Würsten und Weizen.

Ein Höhepunkt der Aktion sind in jedem Jahr die Kochkurse der Ernährungsberaterin – dieses Jahr leider schon ausgebucht. Hier erhalten sowohl Nordic Walker wie auch Läufer Tipps und Rezepte für Gerichte, die schnell zubereitet sind, die hervorragend schmecken, die tüchtig satt aber nicht fett machen – und die dem Körper trotzdem die notwendige Energie für den regelmäßigen Sport zuführen.

Die verschiedenen Gerichte wurden und werden in fröhlicher Runde gemeinsam verzehrt und meist stehen da auch Weine auf dem Tisch. All das darf man sich ohne schlechtes Gewissen schmecken lassen. Man hat ja etwas dafür getan. Und bald geht es wieder auf die Piste.