Mächtig was los war am Samstagnachmittag auf dem Gelände der Firma Auto Oesterle an der L410. Die Großübung der Hechinger Gesamtfeuerwehr lockte zahlreiche Schaulustige an und forderte den Einsatzkräften einiges ab, denn neben Menschenrettung und Brandbekämpfung wurde auch der Umgang mit Gefahrgütern geübt.

Die Zuschauer, darunter auch Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und Steins Ortsvorsteher Klaus Schetter, zeigten sich von der Leistung der Wehr beeindruckt.

Als Übungsobjekt diente ein Werkstattgebäude, in dem folgende Übungsidee inszeniert wurde: Schweißarbeiten lösen in der Werkstatt einen Pkw-Brand aus, der schnell das ganze Fahrzeug erfasst. Durch starke Rauchentwicklung ist den Mitarbeitern, die sich in dem Gebäude aufhalten, der Fluchtweg abgeschnitten, der Brand droht auf den gesamten Raum überzugreifen. Die Rettung der eingeschlossenen Menschen und die Brandbekämpfung werden durch im Gebäude lagernde Gefahrenstoffe erschwert. Wäre dieses Szenario Realität gewesen, hätten mehrere Menschenleben auf dem Spiel gestanden.

Als die Einsatzkräfte nach dem Absetzen des Notrufs um 16 Uhr binnen kurzer Zeit am Unglücksort eintrafen, drang bereits dichter Rauch aus dem Gebäude. Der Abteilung Stein, die mit ihrem neuen Einsatzfahrzeug TSF-W ausrückte und als Erste vor Ort war, folgten rasch die Abteilungen aus Hechingen, Bechtoldsweiler, Beuren, Boll, Schlatt, Sickingen und Weilheim. Unverzüglich begann die Lageerkundung, im Laufschritt wurde die Wasserversorgung aufgebaut. Neben Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz, das einem Hydranten in der Gartenstraße entnommen wurde, wurde im Bereich Hinter Höfen auch aus der Starzel Wasser entnommen.

Koordiniert wurden die insgesamt 71 Feuerwehrleute, die von Rettungskräften des DRK unterstützt wurden, vom Einsatzleiter und stellvertretenden Gesamtwehrkommandanten Frank Brecht, der die Einsatzstrategie festlegte und alle erforderlichen Schritte einleitete. Zügig und sehr souverän erledigten die Wehrleute die Aufgaben. Hand in Hand wurden Menschenrettung und Brandbekämpfung in Angriff genommen. Mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüstet ,drangen die Einsatzkräfte in das Gebäude ein und kämpften sich durch den dichten Rauch. Ein Sicherungstrupp stand zur Verstärkung bereit.

Die Wehrleute gingen dabei präzise und sehr souverän zu Werke, so dass die eingeschlossenen Menschen, die von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr verkörpert wurden, in kurzer Zeit aus der brennenden Werkstatt befreit werden konnten. Die Erstversorgung der Verletzten übernahm das Team des DRK.

Die Brandbekämpfung erfolgte unter Zuhilfenahme der Drehleiter, mit der die Löscharbeiten auch aus luftiger Höhe möglich waren.

Einsatzleiter Frank Brecht zeigte sich mit dem Verlauf der Großübung äußerst zufrieden: "Alles ist hervorragend gelaufen, die Einsatzkräfte sind sehr koordiniert und ruhig vorgegangen"