Sockenstricker Wenn 's Stäble zum Stick wird

Hechingen / ANNE LAASS 07.05.2016
Tipps und Anekdoten gibt es beim Hechinger Sockenstrickertreffen. Laila Wagner erklärt dabei, was ein "Broomstick" mit dem Stäble gemein hat.

"Wie viel Wolle brauche ich für eine Mütze mit Zopfmuster?", ist nur eine der Fragen, die man beim sechsten internationalen Sockenstrickertreffen an diesem Wochenende hört. Gut gelaunt verteilen sich die Stricker und Häkler auf dem Tutto-Gelände, schon am Freitagvormittag herrscht reger Andrang. Neben den Workshops und einem Kunsthandwerkermarkt gibt es eine Tombola ohne Nieten sowie Betriebsführungen. Ein weiterer Blickfang ist die Hüpfburg für die kleinen Besucher. Noch bis diesen Samstagabend gibt es dieses Rahmenprogramm und weitere Workshops. Die Firma Tutto bietet allen Besuchern einen Blick hinter die Kulissen der weltbekannten Socken- und Pulloverwolle Opal an. Felix Zwerger führt durch die Betriebsräume und beantwortet Fragen zum Thema Wolle.

Die Hechinger Sockenstrickervereinigung veranstaltet das Treffen zum sechsten Mal und lockt immer wieder Gäste aus nah und fern an. Extra aus der Pfalz ist eine Frau angereist. Sie versucht sich im Patchworkstricken mit Wiebke Lamer. "Ich bin ganzjährige leidenschaftliche Strickerin",verrät die Pfälzerin. Sie ist glücklich, zum zweiten Mal beim Strickertreffen in Hechingen dabei zu sein. "Was schön anzusehen ist, ist nicht immer leicht zu lernen", sagt die Workshopleiterin aus Darmstadt, aber: "Die Leute sollen einfach mitmachen, dann wissen sie auch später noch, wie es geht."

Neuerungen und Patente bestaunen kann man in den Workshops von Ingrid Dogan und Laila Wagner. Geldbeutel stricken und gleichzeitig häkeln, das lernt man bei Ingrid Dogan. Sie hat jede Menge Anleitungen und Bildmaterial dabei. Immer wieder bleiben Interessierte stehen und werfen einen Blick auf die aufwändig gefertigten Geldbeutel.

Ein absoluter Hingucker ist auch der "Broomstick" (Holzstab) von Laila Wagner. Die aus dem Fernsehen bekannte Schwäbin erklärt gern ihre Art der Schmuckherstellung. Wollreste zu einem schicken Armband oder einer Halskette zu verarbeiten, stellt für sie keine Herausforderung mehr dar. Alte Techniken faszinieren Laila Wagner. Ihren "Broomstick" hat ihr Mann entworfen. "Die Sticks werden mit viel Liebe bei mir zuhause gemacht", sagt sie, während sie einer Besucherin die Grundlagen der "Broomstick"-Häkelei erklärt. Auf Schwäbisch wird schnell ein Stäble aus dem Stick, sagt Laila Wagner schmunzelnd.

Beim Lagerverkauf von Tutto wird ebenfalls gerne zugegriffen. Auch von den drei begeisterten Stuttgarterinnen Bettina Wetzel, Helga Haller und Wilma Haug. Auf das Strickertreffen ist Bettina Wetzel durch ein Geburtstagsgeschenk, einen Einkaufsgutschein, vor vier Jahren aufmerksam geworden. Vollbepackt geht es für die Stuttgarterinnen in die Workshops. Beim Fingerstricken mit Heidi Grau gibt es "einfache Sachen, die selbsterklärend" sind. Am Tisch sitzen zwei Jugendliche, die sich mit Freude an unterschiedlichen Handarbeiten versuchen. Aus der Nähe von Freudenstadt kommen Sophia und Melanie Frohriep. "Wir sind zum ersten Mal zum Tag der offenen Tür hier", sagt Melanie Frohriep während sie an ihrer eigenen Wollkreation arbeitet. Ihre Tochter Sophia tupft derweil fleißig Farbe auf die noch bleichen Wollfäden.

Vier Spinnräder sind aufgebaut und die Besucher dürfen sich an der alten Tradition versuchen. "Die Mädle schauen auf die Hände und die Buben aufs Rädle", so die Beobachtung beim Spinnkurs von Helga Hochmayr.

Für alle Liebhaber gibt es reichlich Souvenirs auf dem Kunsthandwerkermarkt. Dagmar Mattes verkauft dort ihre Bären für die Duchenne Stiftung. Für den guten Zweck sind auch in diesem Jahr wieder die Erlöse des gesamten Sockenstrickerfestes, sagt Henrike Zwerger.

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