Jungingen Welch Allyn richtet sich in Holland ein

HARDY KROMER 07.11.2013
Das Medizintechnik-Unternehmen Welch Allyn, das in Jungingen seine Zelte abbricht, hat jetzt seine neue Europa-Zentrale in Holland eingerichtet.

Im Killertal ist der Abzug der Firma Welch Allyn, die 1991 das Traditionsunternehmen Speidel und Keller übernommen hatte, bereits im Gange. Spätestens im Herbst kommenden Jahres sollen die letzten Lichter ausgehen.

Während die Produktion ins bestehende Werk im mexikanischen Tijuna verlagert wird, wandern Verwaltung, Service und Logistik in die Niederlande ab. In Leiden, vor den Toren von Amsterdam, hat der US-Konzern jetzt seine neue Zentrale für die Geschäfte in Europa, im Nahen Osten und auf dem indischen Subkontinent offiziell eingeweiht. Eine Stunde davon entfernt, in Tilburg, ist auf dem Gelände des Logistikunternehmens Rhenus ein neues operatives Zentrum entstanden, in dem Funktionen wie Logistik, Produktionkonfiguration, Reparaturservice und technischer Support angesiedelt sind. Mit Rhenus arbeitet Welch Allyn auf dem Logistiksektor zusammen.

Den Standort Niederlande bezeichnete Welch-Allyn-Präsident Steve Meyer als "logische Wahl", weil er ein günstiges Geschäfts- und Steuerklima biete, außerdem exzellente physische und Telekommunikationsressourcen und schließlich eine Transport-Infrastruktur auf Weltniveau.

Während der US-Konzern seine hervorragenden Bedingungen an den neuen Standorten feiert und sich überaus optimistisch gibt, was die weiteren Wachstumsperspektiven in Europa, dem Nahen Osten und in Indien angeht, müssen sich 65 Junginger Beschäftigte auf die drohende Arbeitslosigkeit einstellen, die gegebenenfalls noch durch eine sechsmonatige Phase in der Transfergesellschaft abgepuffert wird. Beschäftigte in Management-, Verkaufs-, Service- und Marketingfunktionen prüfen derweil das Angebot des Konzerns, mit in die Niederlande umzuziehen.