Mit dem Titel „Ein ganz normales Leben“ ist die Veranstaltung „Lesung mit Gesang“ der Hechinger Gruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) überschreiben, die am Samstag, 23. September, um 19 Uhr in der St.-Luzen-Kirche in Hechingen stattfindet. Der Eintritt ist frei. Das Programm umfasst Geschichten über Krieg, Flucht, Vertreibung, Sehnsucht, Hoffnung und Integration sowie Gesänge aus dem osteuropäischen Raum, dargeboten vom Projektchor VocAlma und dem Scheunenchor Jungingen.

Die Gesamtleitung hat Gabriela Czimer, die seit acht Jahren in Jungingen wohnt. Sie hat ein Buch über ihre Eltern geschrieben, die nach dem Krieg als Flüchtling aus Ungarn nach Deutschland gekommen sind, und wird am Samstag aus diesem Buch vorlesen.

Krieg, Flucht und Vertreibung prägt auch das Leben im Südsudan. Ein Ende des blutigen Bürgerkriegs ist nicht in Sicht, und auch die Hungersnot vertreibt immer mehr Menschen aus dem Land. Inzwischen sind über eine Million Menschen nach Uganda geflohen. Das Flüchtlingslager Bidi Bidi in Uganda hat inzwischen das kenyanische Camp Dadaab als größtes Flüchtlingslager der Welt abgelöst.

Die Hechinger AI-Gruppe wird bei der Veranstaltung am Samstag eine Petition zu der Lage in Südsudan auslegen. In der AI-Petition heißt es wörtlich: „Seit über drei Jahren herrscht im Südsudan ein blutiger Bürgerkrieg, Schwerste Menschenrechtsverletzungen werden sowohl von der Regierungsseite, als auch von den Rebellen begangen. Amnesty International berichtet in mehreren Reports Massentötungen, Zerstörung von vor allem zivilen Einrichtungen, Krankenhäusern, Schulen, Vergewaltigungen und Verschleppungen. AI und die Afrikanische Union stufen die Vorgänge als Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verletzung des internationalen Völkerrechts ein.“

In der AI-Petition wird die Regierung der Republik Südsudan aufgefordert, das Sicherheitskräfte sofort alle Verletzungen des internationalen Menschenrechts und des humanitären Völkerrechts, einschließlich sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt, beenden muss. Die Afrikanische Union wird aufgefordert, Gerechtigkeits- und Wiedergutmachungsprogrammen für Opfer von Menschenrechtsverletzungen und Missbräuchen vorzunehmen.

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Monate ist es her, dass Gabriela Czimer einen Projektchor ins Leben gerufen hat, der sie bei ihren Lesungen unter dem Titel „Ein ganz normales Leben“ begleitet.