Boll Fontänen auf dem Dorfplatz wären schön

Einen ersten guten Einblick, wie der Dorfplatz von Boll einmal aussehen könnte, bot die Vorstellung zweier möglicher Varianten durch die Architektin Irmgard Röcker aus Balingen.
Einen ersten guten Einblick, wie der Dorfplatz von Boll einmal aussehen könnte, bot die Vorstellung zweier möglicher Varianten durch die Architektin Irmgard Röcker aus Balingen. © Foto: Christian Steinhilber
Boll / Christian Steinhilber 06.07.2018

Voll wie lange nicht war der Bollemer Ratssaal am Mittwochabend. Grund dafür war, dass der Ortschaftsrat über die Gestaltung des Dorfplatzes diskutierte und auch Ideen von Vereinsvertretern und anderen Bürgern gefragt waren.

Die Architektin Irmgard Röcker vom gleichnamigen Planungsbüro stellte zwei Varianten vor. Sie schickte vorweg: Für Orte wie Boll „Dorfidyllen“ zu schaffen, sehe sie als wichtige Aufgabe an. Nicht minder wichtig sei es, Meinungen, Einwände und Wünsche der Menschen vor Ort miteinzubeziehen. Auf jeden Fall soll in Boll ein Ort in der Dorfmitte zum Wohlfühlen und Zusammenkommen entstehen.

Der Platz, so Röcker, habe eine tolle Lage. Allerdings müsse bei der Gestaltung der Höhenunterschied von knapp eineinhalb Metern beachtet werden, sowie die Zufahrt zu anliegenden Häusern und die schon stehende Linde.

Die erste Variante sieht demnach eine Erhöhung des Platzes vor, um auf das Niveau des Rathauses zu kommen und von dort einen direkten Zugang zu schaffen. Zur Hauptstraße hin wären also eine Mauer und ein Geländer zur Absturzsicherung angebracht. Der heutige Brunnen würde einem besser eingebundenen weichen. Die dörfliche Situation soll mehrere Möglichkeiten für einen Aufenthalt bieten. Spielelemente, wie aus Fußgängerzonen bekannt, sollen den Platz beleben, aber für Veranstaltungen auch abmontierbar sein. Ebenso soll der Dorfplatz vom Belag in die Pflasterstruktur im Umfeld eingebunden werden. Auch eine Ladestation für E-Bikes wäre vorstellbar.

Variante zwei sieht Sitzstufen zur Überwindung des Höhenunterschieds vor – und zwar zwei Stück unterhalb des Rathauses. Die Höhe des Platzes wäre also dem der Straße angeglichen. Die Kante würde mit Pollern markiert werden, damit niemand abstürzt. Als Wasserelement kämen hier Fontänen aus dem Boden, auch für Kinder zum Spielen, zum Tragen. Eine Sitzgruppe würde wieder am bestehenden Lindenbaum arrangiert werden. Generell gäbe es viele Ähnlichkeiten zur ersten Variante, nur dass die Höhe zur Straße die gleiche ist und die Stellplätze wegfallen würden. Barrierefrei wären alle Varianten. Die Kosten für Variante zwei bezifferte die Planerin grob mit 140 000 Euro.

In der Diskussion wurde schnell klar, dass Ortsvorsteherin Meta Staudt Variante zwei den Vorzug gibt. Die Vereinsvorstände sind sich darin einig, dass auf dem neuen Dorfplatz Feste jeglicher Art stattfinden sollen und deshalb Platz für ein Zelt, Pavillons oder eine Bühne sein sollte. Alle Installationen auf dem Platz sollten also mobil sein. Wasserfontänen aus dem Boden würden auch unter diesem Aspekt bevorzugt, könnte man sie doch einfach ausschalten und dann darüber feiern. Der Brunnen – da waren sich die Anwesenden ebenfalls einig – sollte weichen, um Platz zu gewinnen.

Auch die Idee, die Höhe dem Straßenverlauf anzupassen galt den Diskutanten als am sinnvollsten, würde dies doch die größtmögliche Barrierefreiheit nicht nur beim Auf- und Abbau, sondern vor allem auch bei stehenden Zelten während einer Veranstaltung bieten.

Die drei Stellplätze beim Rathaus sollten ebenfalls erhalten bleiben, nicht nur zum Parken. Aus den Reihen der Feuerwehr kam der Hinweis, dass man diesen Platz braucht, um weiterhin Mai-, Weihnachts- und Narrenbäume zu stellen. Aus dem Ort­schaftsrat kam die Idee auf, die Möglichkeit zu schaffen, den Platz mit Sonnensegeln zu überspannen.

Jetzt ist wieder die Planerin am Zug

Der nächste Schritt: Die Architektin will jetzt alle Anregungen in einen weiteren Entwurf einarbeiten, auf dessen Basis soll dann der Antrag fürs Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum gestellt werden.

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