Jungingen Wasser wird 22 Prozent teurer

Jungingen / HARDY KROMER 20.11.2013
Das dürfte auch nicht spurlos an den Verbrauchern vorbeigehen: Der Zweckverband Wasserversorgung Hohenzollern erhöht die Preise kräftig.

Im dritten Jahr in Folge schreibt der Zweckverband Wasserversorgung Hohenzollern rote Zahlen. Am frühen Montagabend zog die Verbandsversammlung im Junginger Feuerwehrhaus die Notbremse und beschloss einstimmig die von der Verbandsspitze empfohlene Wasserpreiserhöhung um knapp 22 Prozent. Die Mitgliedsgemeinden Hechingen, Burladingen, Jungingen, Bodelshausen, Bisingen, Grosselfingen und Balingen sowie der Zweckverband Wasserversorgung Kleiner Heuberg müssen künftig 22,55 Cent pro Kubikmeter bezahlen. Bisher waren es 18,5 Cent pro Kubikmeter.

Im Gegenzug wird zwar die Festkostenumlage pro gebuchten Sekundenliter um 3,6 Prozent gesenkt. Dies ändert aber nur wenig daran, dass sich der Wasserbezug für die Städte und Gemeinden vom kommenden Jahr so erheblich verteuert, dass dies sich auch auf die Preise für die Endverbraucher auswirken dürfte.

Mit der Preiserhöhung reagiert der Zweckverband Wasserversorgung Hohenzollern auf die zuletzt verbuchten Bilanzverluste. 2011 und 2012 machte der Verband insgesamt 102 500 Euro Miese. Auch in diesem Jahr wird mit einem Defizit gerechnet. Im Wesentlichen liegen die roten Zahlen darin begründet, dass die Menge des verkauften Wassers rückläufig ist. Zuletzt pendelte sie sich zwischen 2,2 und 2,3 Millionen Kubikmeter pro Jahr ein. Mitte der Nuller-Jahre waren es noch 2,4 bis 2,5 Millionen, um 1990 sogar noch annähernd drei Millionen.

Mit dem neu kalkulierten Wasserpreis lässt sich der Wirtschaftsplan 2014, den die Versammlung einstimmig verabschiedete, wieder ausgleichen. Um Investitionen in Höhe von rund 430 000 Euro zu finanzieren, ist gleichwohl eine Nettokreditaufnahme von 173 000 Euro nötig.

Am meisten Geld steckt der Verband im kommenden Jahr ins Geislinger Pumpwerk, wo die Erneuerung der Elektrotechnik und die Betonsanierung anstehen. Aufwendig ist auch auch die Sanierung der Hauptwasserleitung durchs Killertal oberhalb von Hausen, die nach dem Starkregen Anfang Juni mit dem Hang abgerutscht ist.