Stein Was kommt nach der Ära Schollian?

Gerd Schollian macht sich Sorgen um die Zukunft des Römischen Freilichtmuseums in Stein. Archivfoto
Gerd Schollian macht sich Sorgen um die Zukunft des Römischen Freilichtmuseums in Stein. Archivfoto
SWP 18.03.2014
Gäste sind im Römischen Freilichtmuseum in Stein immer willkommen. Um ihnen den Besuch besonders schmackhaft zu machen, wartet der Verein dieses Jahre wieder mit besonderen Veranstaltungen auf.

Sonderveranstaltungen und -ausstellungen wird es auch dieses Jahr wieder auf der Villa rustica geben. Einzelheiten hierzu teilte der Vorsitzende Gerd Schollian im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Fördervereins mit.

Zuerst jedoch ging Schollian auf die in den beiden vergangenen Jahren etwas zurückgegangenen Besucherzahlen ein. Diese Situation führte er überwiegend auf das schlechte Wetter gerade an verlängerten Wochenenden zurück. Trotzdem kam der Verein haushaltstechnisch mit einem blauen Auge davon, was hauptsächlich auch auf die finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt Hechingen und des Zollernalbkreises sowie auf eine sparsame Haushaltsführung ohne nennenswerte Investitionen zurückzuführen sei.

Das Alter der Mitglieder nannte er ständig im Steigen begriffen. Deshalb habe die Vereinsführung erste Schritte zur langsamen Verjüngung des Vorstands eingeleitet. Eine Umverteilung der Aufgaben, die bisher federführend von Gerd Schollian und seine Gattin übernommen wurden, gestaltet sich jedoch äußerst schwierig. Zu sehr ist alles auf den Vorsitzenden zugeschnitten. Dennoch ließ Gerd Schollian keine Zweifel daran, dass zukünftig, wenn er und seine Gattin nicht mehr zur Verfügung stehen, die Anstellung eines hauptamtlich tätigen Geschäftsführers, der gleichzeitig auch die archäologische Seite abdeckt, und einer stundenweise beschäftigten Sekretärin, nötig werde.

Auch müsse geklärt werden, wer dann die Instandsetzungsmaßnahmen am Mauerwerk sowie die Rekonstruktionsarbeiten, die er bisher fast immer alleine ausführte, erledigt. Wie der Verein nach der Ära Schollian überhaupt weitergeführt werden soll, auch darüber hat sich der Vorstand schon mehrfach unterhalten. Nach Ansicht des Vorsitzenden könne dies nur in einer Vierer- oder Dreierkombination zwischen Land (fraglich), dem Landkreis, der Stadt Hechingen und dem weiterhin bestehenden Förderverein geschehen. Das Freilichtmuseum selbst habe heute in Deutschland einen Ruf erlangt, der es wert sei, wirkungsvoll am Leben erhalten zu werden. Wer auf dem weitläufigen Gelände künftig Forschungsarbeit zur Aufklärung der Bedeutung dieser gewaltigen Anlage betreibe, stehe noch in den Sternen, sagte Schollian. Jedes Gebäude, das bis heute dem Waldboden entrissen wurde, stamme aus seinen eigenen Entdeckungen, weiteres wisse nur er. Und: Das Amt für Denkmalpflege wünsche keine weitere Forschungstätigkeit mehr.

So stelle sich die Frage, wie man dem allgemeinen Wunsch, die einstige Bedeutung der Anlage zu klären, nachkommen könne, wenn ihm, dem einzigen, der sich die Mühe mache den Spuren nachzugehen, weitere Grabungen verweigert würden.

Trotz all dieser noch offenen Fragen, sollen in der neuen Saison wieder mehr Gäste nach Stein gelockt werden. Entsprechende Neuerungen zur Steigerung der Attraktivität werden entsprechend beworben. Da der Verein aktuell keinen Investitionsspielraum hat, wurde die Aufnahme eines Darlehens in die Wege geleitet. Die Stadt Hechingen wurde gebeten, hierfür eine Bürgschaft zu übernehmen.

Insgesamt lobte Gerd Schollian die gute Zusammenarbeit mit der Stadt und der Ortschaftsverwaltung. Gerade die finanzielle Unterstützung helfe dem Verein bei seiner nicht gerade einfachen Arbeit, das "geschichtsträchtige Stein", dessen Ursprünge bis in die Altsteinzeit zurückreichen, weiter zu betreiben.

Neue Saison mit vielen Veranstaltungen Berichte aus dem Vorstand - Bald ein Archäologiepark?