Bei Traumwetter und unter Berücksichtigung der aktuell gültigen Corona-Verordnungen fand am Samstag endlich der erste Waldbadetag mit Entspannungspädagogin Silke Schmocker aus Owingen auf dem Bad Imnauer Eichhörnchenweg statt. Alle angemeldeten Kursteilnehmer folgten der Einladung der Tourismus AG zu diesem trendigen Wellnessangebot. Erstmals wurde die neue große Hängematte ins Entspannungsprogramm mit aufgenommen. „Das war eine super tolle Aktion der Tourismus AG wofür ich sehr dankbar bin“, so Schmocker.
Die bisher hohe Nachfrage in den letzten beiden Jahren mit durchweg ausgebuchten Waldbadeterminen veranlasste Silke Schmocker zusammen mit der Tourismus AG, trotz aller Hindernisse auch in diesem Corona-Jahr Termine anzubieten.

In Japan eine Wissenschaft

Waldbaden bedeutet natürlich nicht, dass die Teilnehmer ihre Badesachen einpacken und in den Kurparksee oder Springbrunnen hüpfen. Beim Waldbaden wird in den Wald „eingetaucht“, wo es würzig riecht, das Licht milde schimmert, sich die Wipfel im Wind wiegen und der Boden unter den Füßen federt. „Der Wald tut uns gut“, sagt Silke Schmocker und verweist auf eine fernöstliche Tradition des Shinrin-yoku. Das ist Japanisch und bedeutet „Wald(luft)bad“. Das japanische Landwirtschaftsministerium führte Shinrin-yoku schon Anfang der 80er-Jahre ein und förderte ein millionenschweres Forschungsprogramm, um die medizinische Wirkung des Waldbadens nachzuweisen.
Beim etwa zweieinhalbstündige Waldbaden in Bad Imnau sollen Stress abgebaut, der Blutdruck gesenkt, das Immunsystem gestärkt, Atem- und Schlafprobleme gelindert werden. Der Therapieweg hat insgesamt fünf Stationen, wobei man sich bewusst viel Zeit lässt. Im langsamen Schlendern soll der Aufenthalt mit allen fünf Sinnen erlebt werden. Dazu gehöre es, auch Atemübungen zu machen, Rast einzulegen, ein Stück barfuß zu laufen oder die Bäume und Sträucher zu berühren, erklärt Silke Schmocker. „Es ist wie eine Verabredung mit dem Wald“. Die Eindrücke sind individuell: Wenn zehn Menschen exakt denselben Waldweg gehen, wird keiner genau dieselben Dinge sehen. Zum Waldbaden empfiehlt die Entspannungspädagogin „Weitwinkel statt fokussieren“.
„Was spüren Sie?“, fragt Schmocker eine der Teilnehmerinnen. „Ruhe und Entspannung,“ sagt diese und schaut hoch in die Baumwipfel. Dabei wirkt sie tatsächlich glücklich – und ist es wohl auch.

Noch Plätze frei am 24. Juli

Der zweite Waldbadetermin am 19. Juni ist bereits ausgebucht. Ein weiterer öffentlicher Kurs am Samstag 24. Juli, ist von 14 Uhr bis 16.30 Uhr terminiert. Anmeldungen nimmt Kursleiterin Silke Schmocker unter Mail info@lebensfreude-durch-entspannung.de oder Tel. 07474 916005 entgegen.
Mindestteilnehmerzahl sind fünf Personen, maximal 20 Personen. Der Unkostenbeitrag beträgt zehn Euro pro Person. Es können auch separate Waldbadetermine für Familien, Gruppen und Vereine  gebucht werden.

5

Stationen hat das Waldbaden auf dem Imnauer Eichhörnchenweg: Kurmittelhaus, Laibetalblickhütte, Kotz-Denkmal, Madonna-Statue und Mannahütte