Es ist gut um den Rangendinger Wald bestellt: Die gesamte Forstbetriebsfläche ist in den vergangenen zehn Jahren um 12,4 Hektar auf 596 Hektar angestiegen. Diese neue Produktionsfläche sei durch den Ankauf, Tausch und die Erstaufforstung dazugekommen, berichtete Forsteinrichter Andreas Kaphegyi am Freitagnachmittag im Sitzungssaal des Rangendinger Rathauses.

Die Kommunalpolitiker des Gemeinderats Rangendingen sowie interessierte Bürger hörten Kaphegyi von der Forstdirektion Freiburg und Hermann Schmidt, Bereichsleiter des Forstamts Zollernalbkreis Nord, aufmerksam zu. Danach ging es in Fahrgemeinschaften zum Wald, um dort die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre sowie die zukünftigen Planung vor Ort zu besprechen.

Laut Kaphegyi dienen 575 Hektar der reinen Produktionsfläche (Holzboden). Den größten Waldentwicklungstyp (WET) bilden die Kiefern-Mischbestände, die auf 28 Prozent der Betriebsfläche wachsen. Es folgen Fichte, Buche, Eiche und Tanne. 41 Hektar sind als Waldbiotope kartiert. Im Zuge der Forsteinrichtung wurde eine Vorschlagsliste für potentielle Stilllegungsflächen auf 28 Hektar erstellt. Der Nadelholzbestand ist um einen Rückgang von sechs Prozent geprägt. Der Rangendinger Wald besteht nun aus 48 Prozent Nadelholz und 52 Prozent Laubholz. „Das hat sich schon deutlich gedreht. Das war vorher anders“, betonte Kaphegyi. 2009 gab es demnach 54 Prozent Nadelbäume und 46 Prozent Laubbäume. Auch die Fichte erlitt einen Verlust, und das wird sich fortsetzen, weil sie mit dem Klima zu kämpfen hat. Aufwärts geht es hingegen mit der Eiche und dem Berg-Ahorn. Sie nahmen laut Kaphegyi deutlich zu.

Der Wald hat jährlich einen positiven Deckungsbeitrag von rund 96 000 Euro erzielt, was auch zukünftig möglich sein wird. Bisher brachte er jedes Jahr 33 600 Erntefestmeter ein, was 99 Prozent der ursprünglichen Planungen entspricht. Der neue Hiebsatz ist nun auf diesem Niveau festgelegt.

Vom Alter her machen die zehn- bis 20-jährigen Bestände einen Anteil von 18 Prozent aus. In den Altbeständen bildet die Eiche mit 35 Prozent die Hauptbaumart. Die ältesten Bäume im Rangendinger Forst weisen Kaphegyi zufolge mehr als 140 Jahre auf. Insgesamt wurden 119 Hektar, 21 Prozent der Betriebsfläche, vorausverjüngt. Der Anteil im Nadelholz von Tanne und Fichte ist deutlich zurückgegangen.

„Die Varianz tut dem Wald gut“, findet Herrmann. Je nachdem, welcher Förster sich um den Wald kümmere und sich dort ausprobiere, falle die Art der Planung aus. Die Zielsetzung für die kommenden Jahre umfasst die Pflege und Entwicklung der teilweise noch jungen Durchforstungsbestände. Es solle ein „breiteres Warenlager“ aufgebaut werden, so Kaphegyi, damit der Wald nicht durch Stürme und das allgemeine Eschensterben beeinträchtigt wird. Auch Mischbaumarten sollen das Betriebsrisiko hinsichtlich des Klimawandels senken. „Der Holzmarkt ist mittlerweile auch so von globalen Verhältnissen abhängig. Die Vermarktung wird auch schwieriger“, betonte Kaphegyi. Roland Gnant merkte an, dass es gut wäre, den festgelegten Hiebsatz, das Ziel, auch zu erreichen und nicht weiter zu reduzieren. Bürgermeister Johann Widmaier betonte, dies habe auch mit den Schwankungen auf dem Holzmarkt zu tun. Es sei natürlich erfreulich, wenn dann ein besseres Ergebnis erzielt werde. Kaphegyi unterstrich, man müsse auch Mischungs- und Qualitätsanteile im Wald halten können. Und Magdalena Dieringer fand: „Das Ökonomische war uns damals nicht so wichtig wie die Nachhaltigkeit.“

Damit der Nadelholzanteil gesichert wird, werden Tannen naturverjüngt und Douglasien als Alternative zur Fichte eingespielt. Rund drei Prozent der Betriebfläche, 17,7 Hektar, sind zur Verjüngung vorgesehen. Waldschutz erfolgt durch Wuchsgitter, Tubexröhren oder das Streichen mit Verbissschutzmitteln. Es wurde auch eine Liste mit Vorschlägen für Waldrefugien als Ökokontoflächen (26 Hekar) erstellt. „Insofern es nicht die allerschlimmsten Szenarien gibt, sind wir da gut aufgestellt“, sagte Kaphegyi. Und der Rat stimmte dem Vorhaben geschlossen zu.