HZ: Welche Erkenntnisse gewinnen Sie aus dem Ergebnis des ersten Wahlgangs, und welche Konsequenzen ziehen Sie mit Blick auf die Neuwahl?

Michael Stehle: Das Leben ist kein Test und die erste Wahl keine Trockenübung, sie war real. Ich bin nicht aus Watte und verbinde den ersten Wahlgang nicht mit Ängsten und Sorgen. Rückschläge gehören dazu. Schmerz gehört dazu. Und danach kommt das Aufstehen. Was wäre das Leben, wenn wir nicht den Mut hätten, etwas zu riskieren?

Ich tausche die Angst, noch mehr Stimmen zu verlieren, gegen den Mut, Neues zu gewinnen. Ich tausche die Angst vor Änderung gegen den Mut, etwas zu gestalten. Angst beginnt im Kopf. Mut aber auch! Jede Veränderung braucht jemanden mit Mut! Denn Mut ist der Anfang einer jeden großen Geschichte. Hier investiere ich viel, war sehr aktiv in den letzten Tagen, durch den Brief, die Vor-Ort-Präsenz, die vielen Gespräche und die Recherche im Hintergrund.

Daher sehe ich nicht die Prozente, sondern die Stimmen. 300 Nichtwähler und 200 Stimmen zum Stimmkönig des ersten Durchgangs und 132 Menschen, die mir vertrauten, gepaart mit dem festen Willen, zusammen mit allen die Zukunft gestalten zu wollen. Ich habe den Mut, mich ohne zu zögern auch einer zweiten Wahl zu stellen. Deshalb bringe ich mich nochmals voll ein. Die Bürgerinnen und Bürger können mit der zweiten Wahl die Zukunft der Gemeinde mitgestalten. (Harmonie, auf Du und Du oder Mut von außen). Jungingen entscheidet dies final.

HZ: Seniorenzentrum – ja bitte. Aber an diesem Standort unterhalb der Kirche? Wie gedenken Sie als Bürgermeister diese Kuh vom Eis zu bringen?

Michael Stehle: Seniorenzentrum, JuLiA, Tagespflege, ServiceWohnen,… Ich kann sagen, Ja zu einer Tagespflegeeinrichtung und Ja zu barrierefreien Wohnungen. Zu vielen anderen Aspekten, die der Gemeinderat bereits in nicht öffentlichen Sitzungen besprochen und festgelegt hat, fehlt die Information. Ebenso zum Rohkonzept.

Daher habe ich noch Fragen, die erörtert werden müssen, damit eine sehr beherrschende Thematik wieder auf einer sachlicher Ebene diskutiert werden kann. Dazu gehört beispielsweise die Frage nach der Bauherrschaft. Wer übernimmt diese? Ist das Pflicht der Gemeinde? Wie können ortsansässige Bauträger hier eventuell einen Mehrwert bieten? Wurde mit diesen bereits gesprochen? Wie viel Fläche benötigt eine Tagespflegeeinrichtung, um wirtschaftlich zu sein? Und wenn die Wohnungen nicht zwingend durch die Gemeinde erstellt werden müssen, kann dann die Tagespflege eventuell auch durch den Betreiber realisiert werden? Oder warum soll die Gemeinde bauen und die Miete des Betreibers dann erhalten? Muss dann die Gemeinde hier überhaupt eine Kuh vom Eis holen oder einfach nur die Profis zusammenbringen und Gespräche moderieren?

Dann wären auch Gelder beispielsweise für den Hochwasserschutz verfügbar, denn dieses Thema bewegt Jungingen mindestens genauso. Die Katastrophe von 2008 ist noch sehr stark fühlbar. Das bereits begonnene Schutzkonzept (Katastrophenschutzplan) zusammen mit der Feuerwehr, dem Landkreis und einem Risiko-Manager soll beendet werden, damit die Gemeinde hier in Zukunft vorbereitet ist. Die Eintrittspreise der Einrichtungen, wie zum Beispiel Freibad, sollten ebenfalls überarbeitet werden. Hierfür bedarf es Spielräume in der Finanzlage.

HZ: Eine Bürgermeisterwahl ist eine Persönlichkeitswahl. Nennen Sie drei Gründe, warum Sie der Richtige für Jungingen sind.

Michael Stehle: 1. Weil ich den Mut habe, alle Junginger vertreten zu wollen, um die Gemeinde in die Zukunft zu führen.

2. Weil ich ein Macher bin, der Rückschläge als Herausforderung begreift.

3. Weil ich im Bürgermeisterumfeld die beste Ausbildung und meiste Erfahrung biete.

Ein Bürgermeister trifft Entscheidungen und wird hierfür nicht immer geliebt, daher muss er auch standhaft und glaubwürdig sein, zielstrebig natürlich auch, daher kam ein Rückzug auch nicht in Frage.

Meine Persönlichkeit und auch meine Einstellung will einfach mit voller Hingabe Gutes für Jungingen bewirken, und ich bin der Meinung, am besten dafür geeignet zu sein!

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