Boll hat mal wieder eine Extrawurst bekommen. Neben der dreigeteilten Tafel am Ortseingang gibt es die zustätzliche in Extragröße an der Ortschaftsverwaltung. Das hat seine Gründe, weiß ein bekannter Bewohner des Gebäudes: Das Bollemer Rathaus gilt an den Wochenenden als mondäner Wanderstartplatz, an dem sich auch Wagen mit Stuttgarter Kennzeichen beobachten lassen. Den Landeshauptstädtern wird neuerdings wieder besonders gedient. Die extragroße Plakatwand gehört zum neuen Hechinger Infotafelnsystem, das sich über alle Stadtteile erstreckt.

Es ist schon ein Weilchen her, dass die überalterten Vorgänger entfernt worden sind. Vor drei Jahren hatte die Stadtverwaltung noch mutig wissen lassen, dass es zwar Zeit brauche, die Nachfolgetafeln aber in absehbarer Monatsfrist justiert werden würden. Wechsel der Zuständigkeiten und der handelnden Personen allerdings haben dann ihren Tribut gefordert. Und außerdem, so erklärt es Nadine Hammel fürs städtische Sachgebiet Kultur- und Tourismus, musste eine Unmenge an neuen Daten eingebracht und alle Bilder neu gemacht werden. Eine weitere Rolle spielte das Wanderparadies Hechingen. Das kommt bekanntlich ebenfalls nicht so flott wie gewünscht und komplett in die Umsetzung.

Am Ende kann man aber sagen, dass sich das Warten gelohnt hat. Die Tafeln bringen neben dem Pflichtprogramm der Sehenswürdigkeiten, Besonderheiten und Wander- und Fahrradmöglichkeiten noch viele, viele weitere Infos. Zum Beispiel über Spielplätze und Parkplätze. Per QR-Code ist man ganz flott auf der Hechinger Homepage und erfährt alles über Gaststätten und Hotels, den Veranstaltungskalender, öffentliche Toiletten, Bus und Bahn und noch vieles weitere mehr – wohlgemerkt komplett zweisprachig.

Annähernd 30 Infotafeln für die Gesamtstadt sind es geworden. Alle haben die dreigeteilte Gesamthechingen-Ausgabe und jeweils noch eine Extratafel für den Stadtteil. Es gibt Ausnahmen: Im kleinen Beuren genügt ein Standort, Boll hat die eine Nummer größer bekommen. Der städtische Betriebshof ist seit geraumer Zeit damit beschäftigt, die touristischen Extras an Ort und Stelle zu befestigen. Das ist, so erzählt Nadine Hammel, teilweise ein arger Aufwand. Denn in drei Jahren kann so einiges passieren oder angestellt werden.