Hechingen Wadehn: Einigung oder Arbeitskampf Hechinger Elco-Tarifkonflikt in der Endphase

SWP 23.11.2013
"Am kommenden Dienstag müssen die Würfel fallen", sagt IG-Metall-Bevollmächtiger Walter Wadehn zum Tarifkonflikt bei Elco in Hechingen.

Obwohl die IG Metall "mit einer vergleichsweise zurückhaltenden Forderung" von fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die Beschäftigten der Elco Shared Services GmbH in die betriebliche Verhandlung eingestiegen sei, gebe es immer noch kein Abschluss, sagt Wadehn, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Albstadt.

Seit Wochen verhandeln die betriebliche Tarifkommission der IG Metall und der Arbeitgeber, "doch der Fortschritt geht nur im Schneckentempo", so Wadehn.

Elco bietet der IG Metall für die unterste Gehaltsgruppe 100 Euro mehr im Monat an. Dies betreffe jedoch gerade mal zwei Beschäftigte, so Wadehn kritisch. Bei einem Gehalt zwischen 2000 und 2499 Euro soll es dann 80 Euro geben. Wer mehr als 2500 Euro verdient, soll 75 Euro erhalten, und wer über 4000 Euro Monatsgehalt bekommt, soll sich nach dem Vorstellungen des Arbeitgebers mit 50 Euro begnügen.

"Diese Spaltung in ein Vierklassensystem lehnen die Mitglieder der IG Metall einstimmig und kategorisch ab", stellt Wadehn fest. Die IG Metall sei auch für die Entgelterhöhungen der Beschäftigten oberhalb von 4000 Euro zuständig, hieß es am Mittwoch in einer Mitgliederversammlung im Hechinger "Museum".

Das Arbeitgeberargument, dass die Beschäftigten ab 4000 Euro über Zielvereinbarungen zusätzlich verdienen können, lässt die IG Metall nicht gelten. Die Gewerkschaft fühlt sich zunächst für die Grundentgelte zuständig. Zusatzverdienste würde dann der Betriebsrat oder der einzelne Beschäftigte mit dem Arbeitgeber regeln. Hier sichert der Tarifvertrag lediglich einen kollektiven Zuschlag von 15 Prozent zu, der unterschiedlich, je nach Leistung zwischen null und 30 Prozent liegen kann.

Die IG Metall, so Wadehn, sei dem Unternehmen in den Verhandlungen schon weit entgegengekommen und biete einen Kompromiss an, dass alle Vollzeitbeschäftigten 100 Euro mehr pro Monat bekommen. Das entspräche einer Entgelterhöhung von zwei Prozent bei den Höherverdienenden und fünf Prozent bei den untersten Entgelten.

Der Abschluss in allen Branchen lag in diesem Jahr bei drei Prozent und mehr. Eine Entgelterhöhung in Höhe von 100 Euro für alle entspräche einer durchschnittlichen Entgelterhöhung von 3,3 Prozent.

"Am kommenden Dienstag müssen die Würfel fallen", stellt Wadehn fest. Sonst sei ein Arbeitskampf noch vor Weihnachten nicht ausgeschlossen, warnt der IG-Metall-Bevollmächtigte. Man suche zwar nach wie vor eine Verhandlungslösung am Tisch, die IG Metall könne die Verhandlungen aber auch auf der Straße weiterführen.