„Paul Levi. Linkssozialist – Rechtsanwalt – Reichstagsmitglied“ ist der Vortrag überschrieben, den Thilo Scholle am kommenden Dienstag, 21. Mai, um 20 Uhr in der Hechinger Alten Synagoge hält.

Paul Levi (1883-1930), ein Sohn der Stadt Hechingen, zählt zu den interessantesten Persönlichkeiten der politischen Linken in der Weimarer Republik. Als Rechtsanwalt wurde er zum engen Vertrauten Rosa Luxemburgs und übernahm nach ihrem Tod für kurze Zeit den Vorsitz der gemeinsam gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands. Nach seinem Ausschluss aus der KPD und der Rückkehr zur Sozialdemokratie wurde er als SPD-Reichstagsabgeordneter und Herausgeber der Zeitschrift „Sozialistische Politik und Wirtschaft“ zu einem der maßgeblichen Akteure auf deren linken Flügel. Öffentlich trat er unter anderem als Kritiker der alten reaktionären Eliten und einer gegen die Gefahr von rechts untätigen Justiz auf.

Thilo Scholle hat Levi einen Band der Reihe „Jüdische Miniaturen“ (Hentrich & Hentrich 2017) gewidmet. In seinem Vortrag stellt er seinen Blick auf Levis Leben und Wirken vor. Der Referent studierte Rechtswissenschaft in Münster und Paris. Berufliche Stationen hatte er unter anderem in einem Landesministerium in Nordrhein-Westfalen und beim SPD-Parteivorstand. Momentan ist er Referent im Bundesarbeitsministerium. Er veröffentlichte zur Ideengeschichte der Arbeiterbewegung, zuletzt (als Herausgeber gemeinsam mit Uli Schöler) „Weltkrieg. Spaltung. Revolution – Sozialdemokratie 1916-1922“ (Dietz 2018).

Der Eintritt zu dem Vortrag in der Alten Synagoge kostet acht Euro, ermäßigt sechs Euro.