Nicht zum ersten Mal starten Jäger und Jagdpächter im Raum Haigerloch den Versuch, eine Steuerbefreiung für jagdfähige Hunde zu erwirken. In der Vergangenheit ist der Gemeinderat diesem Wunsch nicht nachgekommen. Aber jetzt könnte die Wende gelingen.

Erhöhung der Hundesteuer

Die Neufassung der Hundesteuersatzung wurde in der Septembersitzung des Gemeinderates vorgestellt (wir berichteten). Geplant sind eine Erhöhung der Hundesteuer für den Ersthund von 84 Euro (unverändert seit 2001) auf 100 Euro und für den Zweithund auf 200 Euro. Zweitens soll eine Steuer für sogenannte „Kampfhunde“ neu eingeführt werden (bis zu 1200 Euro pro Jahr). Drittens wird eine Steuerbefreiung für „Assistenzhunde“, also Jagd-, Rettungs- und Blindenhunde in Erwägung gezogen. Die neue Hundesteuersatzung soll  in der Sitzung am 22. Oktober beschlossen werden.

Im Trillfinger Ortschaftsrat wurde am Mittwoch vor allem über die – von der Kreisjägerschaft  geforderte – Steuerbefreiung für Jagdhunde ausgiebig diskutiert. In der Bürgerfragestunde verlieh Revierförster Michael Bauer dieser Forderung aus „Sicht der Trillfinger Jäger“ noch einmal Nachdruck. Zum einen seien Jäger dazu verpflichtet, bei der Jagdausübung „brauchbare“ Hunde mit sich zu führen.

Jagdausübung ohne Hunde

Wenn Jagdhunde beispielsweise zur  Nachsuche nach verletztem Wild eingesetzt werden, verrichteten die Tiere Arbeit im Sinne des Gemeinwohls und des Tierschutzes.

Aber auch in der Praxis sei eine Jagdausübung ohne Hunde, etwa eine Drückjagd auf Schwarzwild, undenkbar, argumentierte Bauer. Dabei stellte er in Frage, ob für die jagdliche Brauchbarkeit des Hundes zwingend ein Nachweis erbracht werden muss. (Brauchbarkeits- bzw. Leistungsprüfungen können beim Landesjagdverband sowie  beim Jagdhundeverband abgelegt werden.).

Hermann Schmidt, nicht nur Mitglied des Ortschaftsrates, sondern auch Oberforstdirektor und selbst ein passionierter Jäger, bekräftigte Bauers Aussage: „Wenn der Jäger sagt, dass der Hund tauglich ist, muss das reichen.“ Michael Bauer ergänzte, dass aktuell nur etwa drei bis fünf Prozent der Jagdhunde in Haigerloch einen Brauchbarkeitsnachweis hätten und es sicher „böses Blut“ unter den Haigerlocher Jägern geben würde, wenn nur geprüfte Jagdhunde von der Steuer befreit würden.

Ortsvorsteher Horst Henle bedankte sich für die Informationen. Es seien „Argumente geliefert“ worden, die „in Richtung Steuerbefreiung“ weisen. Diese Position soll auch im Gemeinderat vertreten werden.

Das könnte dich auch interessieren:

Hechingen/Haigerloch

10


Hunde, die zum Schutz von hilfsbedürftigen Personen dienen oder die Prüfung als Rettungshunde abgelegt haben, sind aktuell in Haigerloch von der Hundesteuer befreit.