Vor inzwischen 40 Jahren, am 22. April 1980, ereignete sich der große Erdrutsch an der Thanheimer Steige, der „Stichstraße“ von Thanheim nach Onstmettingen. Was war geschehen? Die Ursache gründete im Zusammentreffen von Schneeschmelze, starken Regengüssen und einem Erdbeben, das den Zollernalbkreis erschütterte.

Straße bricht in zwei Teile

Etwa 160 000 Quadratmeter Erdreich gerieten in Bewegung und zerstörten die Straße. Die Ausmaße waren gigantisch. Die L 360 brach in zwei Teile, war mit Geröll und Dreck bedeckt, Bäume wurden entwurzelt oder gerieten in Schieflage. Für Fahrzeuge war kein Durchkommen mehr möglich. Die Straße musste unverzüglich gesperrt werden.

Auf einer Länge von zirka 600 Metern war der Hang seither ständig in Bewegung. Die Erdverschiebungen hoben die stark frequentierte Straße bis zu einem Meter an. Breite Risse klafften in den Stützmauern; sowohl im Hang als auch in der Straße bildeten sich Spalten mit einer Tiefe von bis zu zwei Metern.

Das Erdreich kam nicht zur Ruhe

Hinzu kam, dass das Erdreich auch in den Folgetagen nicht zur Ruhe kam, es entstanden weitere Schäden an der Straße und in der Landschaft. Mit einem Aufwand von rund drei Millionen D-Mark wurden seinerzeit die Sanierungsmaßnahmen ausgeführt. Etwa drei Jahre dauerte es, ehe die Straße vollständig erneuert war. Erst danach durften die Autos wieder die Landesstraße befahren.

Während der langen Bauphase stand eine Umleitungsstrecke bereit. Diese führte die Autofahrer bergaufwärts oberhalb des Buchholderwegs von der L 360 auf den Hang rechts des Klingenbachs und mündete bei den Fischtei-

chen auf die Gemarkung Onstmettingen, wo sie wieder in die Landstraße mündete. Und die Behelfsstraße barg so ihre Schwierigkeiten. Viereinhalb Meter betrug damals die Ausbaubreite; zudem wurden Ausweichstellen angelegt. In den vorausgegangenen Jahren war auch diese Straße aufgrund ihres labilen Untergrundes immer wieder abgerutscht. Viele Bürger pilgerten damals den Stich hinauf, als sie vom Erdrutsch erfuhren. Vor Ort wollten sie sich selbst ein Bild machen von der Katastrophe.

Immer in Bewegung

Vor zehn Jahren wurden mehrere Drainagen und Untergrundbefestigungen eingebaut, um so ein weiteres Rutschen zu verhindern. Denn offensichtlich ist die Erde noch immer in Bewegung. Das war letztlich auch der Grund, weshalb sich der Ausbau einer Überholspur zeitlich verzögerte. Das Gelände hatte sich unterhalb des Baustellenendes abermals gesenkt, wodurch Risse im Straßenbelag auftraten.

Die Beschaffenheit des Untergrundes sei geologisch eine Herausforderung, der Boden sei sehr nass und instabil – so ließ sich damals das Regierungspräsidium Tübingen zitieren. In einigen Metern Tiefe mussten deshalb Stützscheiben angebracht werden, die zur Stabilisierung des Hanges beitrugen

Danach entstand auf 900 Metern Länge eine Zusatzspur. Durch diese entstand eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit und -qualität – bis ­heute.

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Zollernalbkreis

900


Meter lang in die Zusatzspur, die die notwendige Verkehrsentlastung brachte.